Gratis-Zahnspange in Niederösterreich startklar

Die Gratis-Zahnspange für Kinder und Jugendliche mit schweren Fehlstellungen ist in Niederösterreich startklar: Die NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK) teilte am Dienstag in einem Pressegespräch in St. Pölten mit, dass 36 neu geschaffene Planstellen für Kieferorthopädie besetzt seien. Die neue Regelung sei eine finanzielle Erleichterung für viele Familien, sagte NÖGKK-Obmann Gerhard Hutter.

36 Kieferorthopäden erbringen ab (dem morgigen) 1. Juli zwei neue Kassen-Leistungen für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Nummer eins ist laut NÖGKK die frühkindliche kieferorthopädische Behandlung bei schweren Fehlstellungen, die im Normalfall frühestens ab dem sechsten Lebensjahr erfolgt. Sie wird meist mithilfe abnehmbarer Zahnspangen durchgeführt. Leistung Nummer zwei ist die festsitzende Zahnspange für Kinder und Jugendliche von zwölf bis 18 Jahren bei schwerwiegenden Fehlstellungen.

Hutter bezeichnete es als "ganz einfach, zur neuen Zahnspange zu kommen". Die Erstberatung findet bei Zahnärzten mit Kassenvertrag oder bei Vertragskieferorthopäden statt, die eine Klassifizierung der Fehlstellung nach dem sogenannten IOTN-Index vornehmen. Eine Bewilligung durch die Krankenkassen ist dann nicht mehr nötig. Der Behandlungserfolg wird im Nachhinein gemessen und dokumentiert.

Der NÖGKK-Obmann geht von 3.600 Fällen pro Jahr im Bundesland aus. Er verwies am Dienstag auch darauf, dass die Planstellen über das ganze Land verteilt seien. Die Ordinationszeiten müssten jetzt "so gelegt werden, dass sie kind- und familiengerecht sind".

Auch in schwierigen Zeiten sei es gelungen, von einem hohen Niveau ausgehend Gesundheitsleistungen weiter auszubauen, betonte Gesundheitslandesrat Maurice Androsch (SPÖ). Die neue Leistung stehe klar für eine Gesundheitspolitik, bei der das Einkommen der Eltern "nicht am Gebiss des Kindes abzulesen ist".

Die 36 Planstellen mit Kieferorthopädie seien "nur der größte Posten unserer Arztneubesetzungen im Juni" gewesen, erklärte der Generaldirektor der NÖGKK, Jan Pazourek. Auch mit zehn Ärzten aus dem Bereich Allgemeinmedizin, sechs Fachärzten sowie weiteren sechs Zahnärzten seien neue Verträge abgeschlossen worden.

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Deutscher Politiker: Entspannter im Handelsstreit mit USA