Wicki-Anwalt: 500.000 Euro kamen von Grassers Schwiegermutter

Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und weiteren 14 Angeklagten hat der Verteidiger des Schweizer Vermögensverwalter Wicki das Wort. Wicki ist wegen Geldwäsche und Bewismittelfälschung und versuchter Begünstigung angeklagt. Und fühlt sich ungerecht behandelt.

Wien. Der Anwalt des Letztangeklagten Schweizer Vermögensverwalters Norbert Wicki hat heute bei seinem Plädoyer im Grasser-Prozess erklärt, sein Mandant werde sich nicht schuldig bekennen. Die 500.000 Euro, die Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) in bar eingezahlt und für eine Investition in einen Hypo-Genussschein verwendete, seien von Grassers Schwiegermutter gekommen, sagte er.

Wicki ist wegen Geldwäsche, Beweismittelfälschung und versuchter Begünstigung angeklagt. Sein Mandant verstehe nicht, warum er auf einer österreichischen Anklagebank sitze, erläuterte Eichenseder und zitierte aus einem E-Mail seines Mandanten: "Ich frag mich nur allen Ernstes was ich damit zu tun habe, ich bin weder Österreicher noch Politiker, noch sonst wie verfilzt, warum soll ich in Sippenhaft mit Grasser und Co. kommen?"

Wicki sei Steuer- und Vermögensberater in der Schweiz und habe über 20 Jahre lang Fiona (aus der Industriellenfamilie Swarovski, Anm.) als gute Klientin gehabt - "und jetzt nimmt das Unheil seinen Lauf, Fiona heiratet Karl-Heinz, und Fiona stellt irgendwann dem Wicki den Karl-Heinz vor" - schilderte der Anwalt.

Im Rahmen der angeklagten Geldwäsche gehe es um die 500.000 Euro "von der Schwiegermutter", so der Anwalt. Wicki habe schon in seinen Einvernahmen gesagt, er habe die Originalunterlagen, die die Herkunft der Gelder von der Schwiegermutter nachweisen, er könne es zwar aus standesrechtlichen Gründen nicht vorlegen, aber bitte um eine Hausdurchsuchung. "Holt's euch diese Urkunden, die sind heute noch da". Für den Verteidiger ist das Vorgehen der Staatsanwaltschaft unverständlich.

Zu einem Treffen am 3. Dezember 2009 in Zürich mit Wicki, Grasser und dem mitangeklagten Anwalt Gerald Toifl gebe es zwei Schweizer Steuerberater, die als Zeugen befragt werden könnten und Wickis Angaben bestätigen könnten, die zwei seien aber nicht einvernommen worden, klagte Eichenseder. Er habe Einspruch gegen die Anklageschrift erhoben und betreffend einer Passage in der Anklageschrift recht bekommen. Das Oberlandesgericht Wien habe erklärt, die Passage in der Anklageschrift sei bloße Spekulation der Staatsanwaltschaft. "So kann man nicht arbeiten", empörte sich Eichenseder.

Wicki habe seine Existenz verloren und keinen Euro verdient, seine Konten seien gesperrt worden, klagte der Anwalt. Er sei unschuldig, und er werde wohl nicht ins Gefangenenhaus kommen sondern ins Irrenhaus.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

Newsticker

May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

Newsticker

Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

Newsticker

Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht