Grasser-Prozess - Richterin wird fordernder, Befragung dynamischer

Wien (APA) - Je tiefer Richterin Marion Hohenecker im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser in die Causa vorstößt, desto mehr Widersprüche in den Befragungen tun sich auf. Nicht zuletzt deshalb, weil sie nun in den Befragungen die anderen Mitangeklagten mit einbezieht - was nicht immer zu gleichen Aussagen führt.

Der Schweizer Vermögensverwalter Norbert Wicki, der seit gestern von Hohenecker als Angeklagter befragt wird, war heute sichtlich bemüht, darzustellen, dass er nach Auffliegen der 9,6 Mio. Euro Provision an die mitangeklagten Walter Meischberger und Peter Hochegger sehr schlecht auf Grasser und Meischberger zu sprechen war - denn durch Grasser habe er Meischberger kennengelernt "und ohne Meischberger würde ich hier nicht sitzen", sagte er mehrmals.

Zuvor hatte Hohenecker mit gewohnt äußerst detailgenauer Befragung zahlreiche Widersprüche geortet. So ortete Wicki bei Auffliegen der Causa Buwog in einem Schriftstück ein erhöhtes Risiko für das Konto Mandarin - obwohl darauf kein Geld mehr von Meischberger und Grasser lag.

Zur Rede kam auch eine "rückwirkende Übertragung" von Aktien auf dem Mandarin-Konto per Kontoeröffnung, und zwar durch die Mutter von Wicki, wie sie in einem Schreiben erklärte. Hohenecker wollte wissen, wie man Aktien "rückwirkend" übertragen kann, was nicht schlüssig beantwortet wurde. Er habe "ehrlich gesagt" keine Erklärung dafür, so Wicki. Das Schreiben habe seine Mutter nicht selber verfasst, denn die sei damals - 2009 - schon zu alt dafür gewesen. Wer es verfasst hatte, blieb offen.

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