Grasser-Prozess - Richterin folgt der "Verdichtung" des Belize-Kontos

Wien (APA) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere muss heute den zweiten Tag der Schweizer Vermögensverwalter Norbert Wicki der Richterin Marion Hohenecker Rede und Antwort stehen. Ihm wird Geldwäsche vorgeworfen. Er soll geholfen haben, Geldtransaktionen zu vertuschen. Wicki erklärte sich gestern unschuldig und beschuldigte eine Bank in Liechtenstein.

Wicki kennt Grasser nach Eigenangaben seit dem Jahr 2006 oder 2007 und hat ihn seitdem lediglich ein paar Mal getroffen. Kennengelernt hat Wicki den Ex-Minister über dessen Ehefrau Fiona, deren langjähriger Vermögensverwalter er war.

Wie schon gestern interessierte sich auch heute Richterin Hohenecker für die "Verdichtung" der Einzahlungen auf das Konto "Mandarin" in der Steueroase Belize. Auf diesem vermengen sich nämlich Gelder von Wicki, von Grasser ("Schwiegermuttergeld") und vom Zweitangeklagten in diesem Prozess, Grassers Trauzeuge Walter Meischberger. Laut Anklage sind jedoch auch dies Gelder von Grasser, die er aus der Buwog-Provision bekam - was Grasser, Wicki und Meischberger bestreiten.

Wicki räumte in seiner Befragung gestern Fehler ein - allerdings habe er diese nicht verschuldet. Es sei ein Fehler seiner Mitarbeiterin gewesen, die Treuhandgeschäfte nicht der das Mandarin-Konto führenden Bank in Liechtenstein anzugeben

Allerdings hätte auch die Bank in Liechtenstein erkennen müssen, dass da eine größere Geldsumme von einem Konto von Meischberger gekommen sei. "Die Bank hat in der Compliance völlig versagt", empörte sich Wicki am Dienstag mehrmals.

Den heutigen, 52. Prozesstag, eröffnete Meischberger mit der Präsentation seiner Startnummer bei einem Promi-Skirennen im Jahr 2008, das bei seinen Vernehmungen eine Nebenrolle gespielt hatte. Danach ging es wieder gewohnt sachlich weiter, Hohenecker stieg wie immer direkt ins Thema ein. In diesem Fall in die "Kontoverdichtung".

Bereits gestern Nachmittag haben sich die Reihen der Angeklagten und ihre Verteidiger deutlich gelichtet. Da die Befragungen der beiden Letztangeklagten - Wicki und Meischbergers früherer Anwalt Gerald Toifl - nichts mit den Vorwürfen zu tun haben, wegen der zahlreiche Angeklagte im Großen Schwurgerichtssaal des Wiener Landesgerichts sitzen, dürfen diese vorerst nach Hause gehen und müssen wiederkommen, wenn die Hauptverhandlung wieder sie betrifft.

Dageblieben sind Grasser, Meischberger, der Lobbyist Peter Hochegger sowie Toifl und Wicki, deren sechs Verteidiger (Grasser hat zwei), die verbliebenen sechs Schöffen, die Richterin, ihr Beisitzer und die Ersatzrichterin sowie die beiden Oberstaatsanwälte, die beiden Privatklägervertreter und ein knappes Dutzend Journalisten.

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