Grasser-Prozess - Finanz forderte Inserat gegen eigene Interessen

Wien/Linz (APA) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere hat heute ein mitangeklagter Manager der Real Treuhand über einen ungewöhnlichen Wunsch des Finanzministeriums bei der Einmietung in den Linzer Terminal Tower berichtet: Obwohl die Finanz den Vorteil nahezu exklusiver Verhandlungen mit den Errichtern hatte, wollte sie, dass die Objektvermietung inseriert wird.

Was wiederum dazu führte, dass sich neben den Finanzbehörden auch andere Großinteressenten für den Büroturm in der Nähe des Linzer Bahnhofs meldeten. Warum die Finanz wollte, dass die Errichter Porr, Raiffeisen Leasing und die Raiffeisen Landesbank Oberösterreich-Tochtergesellschaft Real Treuhand ein Inserat schalten und damit Konkurrenz anlocken, konnte sich der Real-Manager heute vor Richterin Marion Hohenecker nicht erklären. "Wir hätten es nicht gebraucht", so der Manager.

Hohenecker fragte dann weiter zu der 200.000-Euro-Provision an den mitangeklagten Grasser-Trauzeugen Walter Meischberger (früher FPÖ), die dieser über den ebenfalls angeklagten Lobbyisten Peter Hochegger für die Einmietung der Finanz erhalten hat. Die Richterin zeigte sich überrascht, weil der für das Gesamtprojekt sehr niedrige Betrag bereits nach kurzer Zeit urgiert wurde - und zwar vom damaligen RLB-OÖ-Chef Ludwig Scharinger selbst, so der Real-Manager heute.

Konkret hatte laut Anklage zunächst die Porr-Solutions-Gesellschaft die 200.000-Euro-Zahlung an Hochegger geleistet. Die Porr Solutions stellte ihrerseits eine Rechnung an die Terminal-Tower-Projektgesellschaft, in der alle drei Konsorten - Porr, RLB OÖ und Raiffeisen Leasing - vertreten waren. Diese Rechnung landete offenbar auf dem Tisch des Angeklagten. Nachdem sie dort sechs, sieben Wochen lang gelegen sei, habe Scharinger persönlich ihn angerufen und die Bezahlung an die Porr urgiert, sagte der Angeklagte heute. Daraufhin sei die Rechnung bezahlt worden.

Scharinger ist ebenfalls in der Causa angeklagt, aber nach einem Sturz vor Jahren bei einem Jagdausflug in Russland nicht verhandlungsfähig.

Bregenz (APA) - Aufgrund von anhaltender Trockenheit mit einhergehendem Futter- und Wassermangel stehen in Vorarlberg verfrühte Almabtriebe im Raum. Diese versuche man durch die Zufuhr von Wasser und Heu zu verhindern, informierte der zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP) am Freitag. Eine frühzeitige Rückkehr der Tiere ins Tal könnte die Situation in der Futterversorgung eklatant verschärfen, so Gantner.
 

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Große Trockenheit: In Vorarlberg stehen verfrühte Almabtriebe im Raum

London/Brüssel (APA/dpa) - Nur eineinhalb Monate vor dem EU-Austritt der Briten ist immer noch nicht sicher, ob die Sache einigermaßen glimpflich ausgeht. Und das liegt nicht nur am Londoner Regierungschaos.
 

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Beim Brexit sitzen beide in der Zwickmühle

Wien/Schwechat/Dublin (APA) - Eine erste Anhörung vor einem Londoner Gericht im Streit zwischen Ryanair und Lufthansa um neun geleaste Laudamotion-Flieger ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Das Hauptverfahren beginnt erst im November, wie es am Freitagnachmittag von der Lufthansa zur APA hieß. Laudamotion und Ryanair gaben sich wortkarg und erklärten, das laufende Verfahren nicht kommentieren zu wollen.
 

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Gerichtsstreit um Laudamotion geht erst im November richtig los