Grasser-Prozess - Catherine-Briefkasten an Mandarin-Adresse

Wien (APA) - Neben dem Konto der Mandarin Group bei der Raiffeisenbank Liechtenstein spielt auch die Briefkastengesellschaft Catherine Participation, die als Sitz die selbe Adresse wie die Mandarin auf Belize angibt, eine Rolle in den Finanztransaktionen, die am Mittwoch im Grasser-Korruptionsprozess untersucht werden.

Die Catherine Participation wurde laut dem Schweizer Vermögensverwalter Norbert Wicki ursprünglich für Fiona Grasser, Grassers Ehefrau, gegründet, da das Ehepaar Grasser einen Umzug in die Schweiz erwogen hätte. Als die Gesellschaft aber von Fiona nicht gebraucht wurde, habe er sie für deren Mutter, Grassers Schwiegermutter, genommen. Das erste Konto der Catherine sei geschlossen worden und ein neues eröffnet worden, mit der Schwiegermutter als Berechtigter, sagte der mitangeklagte Wicki in der Befragung durch Richterin Marion Hohenecker.

Als Direktoren der Catherine Participation wurde die Vermögensverwaltungsgesellschaft von Wicki sowie eine Mitarbeiterin Wickis eingesetzt.

Auf das Konto der Catherine Participation bei der St. Gallener Kantonalbank wurde der Erlös aus Grassers "Schwiegermuttergeld" übertragen. Genau betrachtet hatte Grasser die 500.000 Euro, die er in bar bei der Meinl Bank in Wien eingezahlt hatte, durch den Ertrag aus dem Hypo-Genussschein vermehrt auf 784.000 Euro, die auf das Mandarin-Konto in Liechtenstein überwiesen wurden. Von dort wurden aber nur 700.000 Euro auf das Catherine-Konto überwiesen, sowie rund 200.000 Euro schwere Wertpapiere (Gazprom, Glencore, Crescendo). Wicki begründete dies damit, dass er der Schwiegermutter damit gleich einen Kredit zurückgezahlt habe, den sie ihm im Jahr 2000 gegeben habe - "großzügig, mit Zinsen", sagte er. "Sie hat gewusst, sie kriegt ihr Geld zurück, aber in welche Wertpapiere das Geld investiert ist, das interessiert die Frau nicht, für das hat sie Leute wie mich, die das entscheiden."

Bei der Raiffeisenbank Liechtenstein hingegen hieß es in internen Bankunterlagen zu dem Übertrag vom Mandarin- aufs Catherine-Konto hingegen, der Grund dafür sei der Verlust des Vertrauens in den Bankplatz Liechtenstein: "...da der Kunde das Vertrauen in den Bankplatz Liechtenstein verloren hat und sich aus Gründen der Banksicherheit das Geld auf einer Kantonalbank veranlagen will...". Wicki sagte, er sehe das zum ersten Mal, von ihm stamme der Vermerk nicht. Warum das so in den Bankunterlagen auftauche, könne er sich nicht erklären.

In den in Wickis Vermögensverwaltergesellschaft Private Asset Partners (PAP) in Zürich beschlagnahmten Unterlagen findet sich auch ein Kündigungsschreiben von Grassers Schwiegermutter, wonach sie die Vermögensverwaltung durch die PAP für die Catherine-Gesellschaft kündige. "Mir sagt das Schreiben nichts", sagte Wicki heute. Außerdem habe es Frau Marina Giorgi-Langes - wie Grassers Schwiegermutter früher hieß - nicht handschriftlich unterschrieben. Grassers Schwiegermutter stammt aus der Eigentümerfamilie des Swarovski-Konzerns und ist Multimillionärin.

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