Google startet mit Milliardengewinn ins Geschäftsjahr

Der US-Suchmaschinenkonzern Google verzeichnet weiter Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. Einziger Wermutstropfen: Die Preise für Werbebanner vor allem für Smartphones und Tablett-PC sind rückläufig. Und der starke Dollar fordert ebenso seinen Tribut - beides kommt eher einem Jammern auf hohem Niveau gleich.

Mountain View (Kalifornien). Beim US-Internet-Giganten Google läuft die Geldmaschine weiter. Auch wenn die Quartalszahlen unter dem Druck des starken Dollar schwächer als erwartet ausfielen haben anziehende Anzeigenverkäufe einen Gewinn- und Umsatzanstieg beschert. Der Überschuss erhöhte sich im ersten Quartal im Jahresvergleich von 3,45 auf 3,59 Mrd. Dollar (3,3 Mrd. Euro), wie der US-Konzern am Donnerstag mitteilte.

Der Umsatz kletterte um 12 Prozent auf 17,3 Mrd. Dollar. Allerdings leidet auch Google unter dem starken US-Dollar. Ohne den Einfluss des Wechselkurses, der die im Ausland erwirtschafteten Erlöse bei Umrechnung in US-Währung verringert, wäre das Umsatzplus bei 17 Prozent gelegen.

Die Haupteinnahmequelle Online-Werbung brachte Erträge in Höhe von 16,5 Mrd. Dollar ein, das waren 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Die bezahlten Klicks, eine von Analysten stark beachtete Größe, legten auf Jahressicht um 13 Prozent zu. Zum Vorquartal fielen sie jedoch um ein Prozent, womit der Abwärtstrend anhält. Zugleich gelang es Google besser, die Kosten unter Kontrolle zu behalten. Die Ausgaben wuchsen um 21 Prozent nach einem Anstieg von 35 Prozent im Vorquartal.

"Wir sehen weiter großen Schwung im mobilen Werbe-Geschäft", sagte Google-Finanzchef Patrick Pichette nach Vorlage der Zahlen am späten Donnerstag. Google verdient sein Geld hauptsächlich mit Anzeigen im Umfeld von Suchanfragen. Das Geschäft mit Online-Werbung folgt jedoch den Nutzern vom PC auf die Smartphone-Bildschirme. Die Tarife für Anzeigen auf mobilen Geräten sind dabei niedriger. Google konnte aber den Rückgang der durchschnittlichen Einnahmen pro Klick um sieben Prozent durch ein höheres Volumen ausgleichen.

Doch auch die Konkurrenz legt auf diesem Gebiet kräftig zu. Vor allem Facebook, das erst am Mittwoch einen Umsatzsprung von 42 Prozent gemeldet hatte, ist ein unangenehmer Rivale.

"Es gibt einige bedenkliche Bestandteile in Googles Quartalsbericht", sagte Mark Vickery vom Analysehaus Zacks Investment Research mit Blick auf diese Entwicklung. Google tut sich schon länger schwer, weil das Anzeigen-Kerngeschäft von klassischen Desktop-PCs auf Smartphone-Bildschirme abwandert. Insgesamt blieben die Quartalszahlen laut Analyst Vickery bereits das sechste Mal in Folge unter den Markterwartungen. Dennoch stieg die Aktie nachbörslich um mehr als drei Prozent. In den letzten zwölf Monaten war die Kursentwicklung allerdings auch deutlich hinter der des Technologie-Indexes Nasdaq zurückgeblieben.

Ab 26. Mai tritt bei dem Internetkonzern eine neue Finanzchefin an. Die Investmentbankerin Ruth Porat kommt von Morgan Stanley. Die 57-Jährige ersetzt Pichette. Google ist schon lange viel mehr als nur eine Suchmaschine. So gehören das Video-Portal YouTube sowie Email- und Kartendienste zum Konzern und das Betriebssystem Android läuft auf zahllosen Smartphones.

Der Konzern hat derzeit aber ohnehin noch andere Sorgen als den Aktienkurs. In Europa steht Google unter Beschuss: Die EU-Kommission wirft dem Konzern den Missbrauch seiner Marktmacht vor und droht dem US-Internetgiganten mit einer Milliardenstrafe. Die Brüsseler Kartellwächter hatten am Mittwoch ihre Beschwerdepunkte an den Konzern geschickt und damit eine neue Stufe in dem seit fünf Jahren laufenden Verfahren gezündet. Google wies die Vorwürfe zurück.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht