Goldpreis-Manipulation: BaFin deutet Entwarnung für Deutsche Bank an

Frankfurt (APA/dpa) - Die Deutsche Bank scheint glimpflich aus einem Teil der Ermittlungen wegen vermuteter Betrügereien an den Finanzmärkten zu kommen. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin habe bisher keine Anzeichen für Manipulationen beim Goldpreis gefunden, sagte der oberste Bankaufseher der Behörde, Raimund Röseler, dem "Handelsblatt" (Dienstag).

"Wenn wir keine zusätzlichen Hinweise mehr erhalten, wo doch manipuliert worden sein soll, dann ist das Thema Gold für uns jetzt erledigt." Röseler nennt offiziell zwar keine Namen von Instituten, allerdings ist hierzulande lediglich die Deutsche Bank von den weltweiten Untersuchungen beim Gold betroffen. Das Institut hat sich inzwischen aus dem Goldpreis-Fixing zurückgezogen.

Auch bei den Ermittlungen wegen Manipulationen am Devisenmarkt deutet Röseler ein Stück weit Entwarnung für die Deutsche Bank an. "Man hat nicht den Eindruck, dass hinter den Manipulationen ein System steckt. Das war einfach die Gier einzelner Personen beziehungsweise Gruppen", sagte er in dem Interview. Diese Untersuchungen dauerten aber noch an. Im November hatten britische, amerikanische und Schweizer Behörden sechs Banken in diesem Fall zu Milliardenstrafen verdonnert. Die Deutsche Bank war nicht darunter.

Röseler attestierte den Banken insgesamt, eine harte Null-Toleranz-Politik umzusetzen. Die Geldhäuser hätten ihre Compliance-Abteilungen, die die Einhaltung von Regeln überwachen, enorm gestärkt.

Kurz vor dem Abschluss stehen laut Röseler die Ermittlungen gegen die Deutsche Bank wegen des Libor-Skandals um manipulierte Zinssätze. Röseler äußerte sich in der Zeitung nicht zu den möglichen Ergebnissen. Allerdings ist seit Dezember in Finanzkreisen bekannt, dass die Ermittler keine Anzeichen dafür fanden, dass auch Vorstände an den Tricksereien beteiligt waren oder davon wussten.

Die BaFin kann anders als britische und amerikanische Behörden keine hohen Geldstrafen verhängen. Ihr schärfstes Schwert ist die mögliche Abberufung von Vorständen. In diesem Fall stand besonders der Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, unter Druck. Einen Großteil der Manipulationsversuche soll es im Investmentbanking gegeben haben, das Jain lange Jahre geleitet hatte. Bei der EU-Kommission hat die Deutsche Bank bereits wegen des Libor-Skandals eine Strafe von 725 Mio. Euro akzeptiert, in den USA und Großbritannien verhandelt das Institut noch mit den Behörden über die Höhe der Zahlung.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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