Gigasport will weiter wachsen, setzt auf Qualität

Wien (APA) - Die zu Kastner & Öhler gehörende Sporthandelskette Gigasport will weiter wachsen und setzt dabei im wettbewerbsintensiven Sporthandelsmarkt auf Qualität. "Wir sehen eben gerade im Qualitätsbereich Chancen und auch in der Kombination zwischen online und stationär" sagte Kastner & Öhler-Chef Martin Wäg am Dienstag vor Journalisten in Wien.

Sport sei für die Menschen emotional wichtig und die Kunden seien bereit, dafür auch Geld auszugeben. Laut einer Studie von RegioData haben die Österreicher im Vorjahr pro Kopf im Durchschnitt 283 Euro für Sportartikel ausgegeben, so viel wie kaum in einem anderen Land in Europa. Man spüre die neuen Anbieter am Markt, aber nicht in einem besonders ausgeprägten Ausmaß, so Gigasport-Vorstand Andreas Zinschitz. Die Diskonter XXL und Decathlon sind seit dem Vorjahr bzw. seit dem heurigen Sommer in Österreich. Gigasport habe geringfügig Marktanteile gewonnen.

Die Sporthandelskette will weiter wachsen. Man sei interessiert, gezielt zusätzliche Standorte anzugehen, und diesbezüglich in Gesprächen, so Wäg. In Südösterreich sei Gigasport sehr gut aufgestellt, es gehe um andere Regionen. Gigasport will aber nicht aggressiv expandieren: Es müssten die Standortqualität und das Kosten/Nutzen-Verhältnis stimmen, so Zinschitz. "Sehr spannend" wäre ein guter Standort in Wien. Wien habe man grundsätzlich noch nicht wieder im Angebot, was Sport Eybl einmal bedient habe, sieht Gigasport noch Marktpotenzial in der Bundeshauptstadt. Die 2016 gestartete Kooperation zwischen Gigasport und der britischen Kette Sports Direct, die 2013 die österreichische Sport Eybl & Sports Experts Gruppe übernommen hat, sei gemeinsam vorzeitig nach rund einem Jahr beendet worden. Das habe nicht funktioniert. Sie sei wirtschaftlich ein Misserfolg, er habe den Unterschied zwischen hochwertiger Ware und Diskont unterschätzt.

Ein erster Schritt zu einem neuen Shop-Konzept ist der nun abgeschlossene Umbau der Filiale in Brunn am Gebirge im Süden von Wien um 3 Mio. Euro. Das Angebot sei auf eine neue Stufe gehoben und das Innere komplett erneuert worden, hieß es heute. Ein Schwerpunkt sei das "Fitting-Service", also die individuelle Anpassung von Schuhen und Sportgeräten. Das Konzept soll in den kommenden Jahren durch den Umbau anderer Standorte ausgeweitet werden.

Fast das gesamte Gigasport-Segment sei auch online erhältlich, betonte Wäg. Man könne auch online reservieren und die Waren dann im Geschäft abholen. Das Online-Geschäft sei noch eine kleine Pflanze, mit beachtlichen Wachstumsraten und erreiche die Größe einer mittleren Filiale.

Kastner & Öhler habe sich als Mode- und Sportunternehmen aufgestellt und fühle sich dabei sehr wohl, "weil wir glauben, dass in der Spezialisierung die echte Qualität liegt". In den letzten vier Jahren habe man sehr intensiv am Thema Online und Multichannel gearbeitet, weil man glaube, dass es enorm wichtig sei, gesamtheitlich anzubieten. Beim Thema Warenhaus erlebe man weltweit eine sehr facettenreiche und unterschiedliche Entwicklung. In Asien, Amerika, England oder Frankreich stehe das Warenhaus nach wie vor gut da, speziell in Deutschland sei zumindest in den letzten zwei Jahrzehnten wohl einiges verschlafen worden. Der Ende August in der Linzer PlusCity eröffnete Shop der Denim-Linie "Infected" sei auf ein tolles Echo gestoßen, die ersten Zahlen entsprächen der Planung. Das Konzept wird getestet, innerhalb eines Jahres sollte klar sein, ob es weiter betrieben wird.

Gigasport hat 2017/18 mit rund 400 Mitarbeitern einen Umsatz von 94 Mio. Euro (plus 3,4 Prozent) erzielt. Im laufenden Geschäftsjahr ist ein Wachstum geplant, mit einem Erreichen der 100-Mio.-Euro-Marke wird aber nicht gerechnet.

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