GfK: Deutsche Verbraucher wieder in Kauflaune

Das Konsumklima ist in Deutschland auf dem höchstem Stand seit September 2015. Die Menschen setzen auf höhere Einkommen. Die EZB-Zinspolitik drückt Sparneigung auf Rekordtief.

Nürnberg Die Kauflaune der Deutschen bessert sich wieder deutlich. Die Verbraucher blicken optimistischer auf die Konjunktur, schätzen ihre künftige Finanzlage günstiger ein und planen verstärkt größere Ausgaben, wie am Mittwoch aus einer Umfrage der GfK-Marktforscher unter 2.000 Menschen hervorgeht.
Das von den Experten berechnete Konsumklima für Mai steigt demnach überraschend auf 9,7 von 9,4 Punkte und erreicht den höchsten Stand seit September 2015. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einer Stagnation gerechnet. "Das Konsumklima legt somit spürbar zu", betonte GfK-Fachmann Rolf Bürkl. "Aus Sicht der Verbraucher wird die deutsche Wirtschaft in den nächsten Monaten weiter wachsen."
Im April war das Barometer noch gesunken. Zuletzt hatte die schwächelnde Konjunktur in vielen Schwellenländern das Geschäft von Exporteuren belastet. Für Schwung sorgt derzeit vor allem der starke Konsum - wegen der niedrigen Zinsen, der geringen Inflation und der Rekordbeschäftigung. "Die Stimmung der deutschen Verbraucher ist so gut wie lange nicht mehr", sagte Bürkl zu Reuters. Die Menschen setzten auf eine vielversprechende Tarifrunde. "Die Arbeitnehmer erwarten einen erneut deutlichen Zuwachs ihrer Reallöhne." Hinzu komme die Entscheidung der Bundesregierung, die Renten um mehr als vier Prozent im Westen und knapp sechs Prozent im Osten zu erhöhen. Das GfK-Barometer für die Einkommenserwartung stieg auf den höchsten Stand seit Juli 2015.
Dieses Niveau erreichte auch der Teilindex für die sogenannte Anschaffungsneigung. Dies signalisiert, dass die Bereitschaft der Konsumenten für größere Einkäufe wächst. Dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik zuletzt weiter lockerte und den Leitzins auf null Prozent senkte, spielte laut Bürkl ebenfalls eine Rolle. "Nach der EZB-Entscheidung ist die Sparneigung in Deutschland auf den niedrigsten Wert überhaupt gefallen, während die Konsumneigung weiter anzieht."

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht