Gewerkschaften: Mehr Freizeit, keine Gehaltserhöhung

GPA-Vizechef Karl Proyer ist bei der Freizeitoption (keine Gehaltserhöhung, dafür mehr Freizeit) zuversichtlich, dass sich weitere Branchen von diesem Modell überzeugen lassen. "Wir sind auf der Suche nach innovativen Unternehmern", so Proyer. Die Freizeitoption werde auf jeden Fall Bestandteil der Herbstlohnrunde, denn das Modell schaffe Arbeitsplätze - und vor allem sichere es bestehende Jobs.

Bei den Metallern, die die Herbstlohnrunde traditionell einläuten, gibt es bereits zwei Fachverbände, die die Freizeitoption nützen - es sind dies die Branchen Bergbau-Stahlindustrie sowie die Fahrzeugindustrie. Proyer hofft, auch die vier anderen Metallerverbände zu überzeugen - allen voran die Maschinen- und Metallwarenindustrie, die mit ihren rund 120.000 Beschäftigten den größten Verband innerhalb der Metaller stellt.

Proyer betonte heute vor Journalisten, dass das Ziel weiterhin eine gemeinsame Freizeitoption für alle sechs Verbände ist. Mit der Metallwarenindustrie gibt es seit langem Gespräche über Änderungen bei der Arbeitszeit, bisher sind diese aber im Sand verlaufen. Die Arbeitgeber wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten, um besser auf Auftragsspitzen reagieren zu können, so ihr Argument. Stimmt nicht, sagen die Gewerkschaften - die Firmen wollten sich mit der Verteilung von Überstunden auf einen längeren Durchrechnungszeitraum nur Überstunden ersparen.

Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter hatten sich zuletzt überrascht gezeigt, auf welch großes Interesse die Freizeitoption bei den Beschäftigten stößt. Überrascht waren die Sozialpartner auch davon, dass das Modell von Jung und Alt gleichermaßen genutzt wird. Erwartet wurde, dass besonderes ältere Beschäftigte für mehr Freizeit optieren.

Proyer hofft, die Freizeitoption auch dem Gewerbe schmackhaft zu machen, im Handel sieht er derzeit andere Prioritäten. Hier gehe es vor allem darum, die Einstiegsgehälter deutlich anzuheben. Die Gespräche dazu seien bereits weit fortgeschritten und das Verhandlungsklima gut, so Proyer, der die gewerkschaftliche Speerspitze bei den Kollektivvertragsverhandlungen ist.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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