Gewerkschaft GPA verschärft den Kampf gegen Sozialbetrug

Die Gewerkschaft GPA beobachtet einen steigenden Druck auf Arbeitnehmer, in die Scheinselbstständigkeit zu gehen. Sie verschärft nun den Kampf gegen diesen Sozialbetrug und bietet zur Unterstützung der betroffenen "Selbstständigen" die Internetplattform www.watchlist-prekaer.at an.

Inzwischen seien 58 Prozent aller Mitglieder der Wirtschaftskammer Ein-Personen-Unternehmen, so die Gewerkschaft. Mehr als ein Drittel überlebt die ersten fünf Jahre der Selbstständigkeit nicht. Der durchschnittliche Umsatz einer Ein-Mann-Firma liegt bei 11.553 Euro im Jahr brutto. Bei Frauen sind es gar nur 8.788 Euro, exklusive Steuern und Abgaben.

Durch die geringen Einkommen sei die Armutsgefährdung durch Krankheit besonders hoch, warnte am Mittwoch Veronika Kronberger, Expertin für atypische Beschäftigungsverhältnisse in der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA). Denn das Krankengeld in Höhe von 29 Euro pro Tag gebe es erst ab dem 42. Krankheitstag. Inzwischen würden selbst schon Beschäftigte im Handel, die Regale einschlichten, als Selbstständige "beschäftigt".

Besonders schlimm ist es laut Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) traditionell am Bau, bei den Bauern und in der Hotellerie. So zeigte sich Hundstorfer überrascht, wie viele selbstständige Trockenbauer es gebe. Noch mehr überrasche es ihn, wie viele Führungskräfte es unter den Arbeitnehmern gebe - denn 20 Prozent der Beschäftigten hätten inzwischen einen All-in-Vertrag, der eigentlich nur für Manager vorgesehen sei. Dieses Themas werde sich die GPA im Herbst massiv annehmen, dann soll es auch einen Online-Rechner geben, damit die Betroffenen klären können, ob ihr All-In-Vertrag nicht ein Verlustgeschäft ist, sprich sie Gratis-Überstunden leisten.

Düster schaut es laut Arbeitnehmervertretern auch bei den Werksverträgen aus. Wie düster lasse sich aber schwer sagen, da entsprechende Zahlen von der Wirtschaftskammer und den Sozialversicherungsanstalten nicht veröffentlicht würden, kritisierte GPA-Chef Wolfgang Katzian. Er fordert eine konsequente Prüfung dieser Werkverträge durch die Gebietskrankenkassen und eine Veröffentlichung des Datenmaterials. Wobei es für die Gebietskrankenkassen auch dickes Lob gab, diese sei eine Art Speerspitze im Kampf gegen den Sozialbetrug.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht