Gewerbe- und Handwerksbetriebe schwächeln massiv

Wien - Österreichs Gewerbe- und Handwerksbetriebe stecken in einem Konjunkturtief. "Unsere Prognose haben sich leider bestätigt. Den Betrieben geht es nicht gut und die Aussichten sind auch nicht gut", sagte die Kammer-Obfrau der Branche, Renate Scheichelbauer-Schuster, am Dienstag bei einem Pressegespräch. Die Unternehmen brauchten dringend Impulse, um aus dieser misslichen Lage wieder herauszukommen.

Die Stimmung ist im vierten Quartal 2014 weiter von minus 7 auf minus 14 Prozentpunkte gesunken. 31 Prozent der Betriebe beurteilen die Geschäftslage im vierten Quartal mit "schlecht", nach 23 Prozent im Jahr davor, ergab eine Befragung der KMU Forschung Austria. Deutlich schlechter ist die Lage demnach im Bau, Kunststoffgewerbe, Karosseriebau und im Bereich Mechatronik. Insgesamt ist der Auftragsbestand im vierten Quartal im Jahresvergleich um rund 6 Prozent gesunken.

Eine positive Nachricht gibt es trotz Nachfragerückgangs, Umsatzeinbußen und erwarteten Verlusten: Ein größerer Personalabbau ist im Gewerbe und Handwerk nicht geplant. Im ersten Quartal 2015 wird sich der Personalstand in den Betrieben zwar verringern, es handle sich aber um "übliche saisonale Effekte", zumal viele Betriebe im Winter weniger Personal brauchten, erläuterte der Direktor der KMU Forschung Austria, Walter Bornett.

"Bevor wir Mitarbeiter freisetzen, gehen wir lieber in die Verlustzone. Denn diese Mitarbeiter brauchen wir, wenn die Talsohle durchbrochen ist", meinte Scheichelbauer-Schuster. Mit rund 700.000 Beschäftigten ist das Handwerk und Gewerbe die größte Sparte in der Wirtschaftskammer.

Vorerst heißt es aber, die Flaute zu durchtauchen. Denn die Aussichten für das ersten Quartal 2015 sind nicht rosig. Die pessimistischen Einschätzungen bezüglich der Auftrags- und Umsatzlage überwiegen, ergab eine Befragung der KMU Forschung Austria. Besonders schlecht sind die Erwartungen im Bau- und Baunebengewerbe.

2014 dürften mehr Unternehmen als je zuvor mit Verlusten abschließen, erwartet Bornett. Dadurch verringern sich auch die Eigenkapitalquoten in den Betrieben, was zu Finanzierungsproblemen führt. "Wir brauchen Impulse für mehr Wachstum und Beschäftigung", sagte Scheichelbauer-Schuster. Der Handwerkerbonus sei zwar eine gute Maßnahme, mit einer Dotierung von 10 Mio. Euro für 2014 bei einem Branchenumsatz von 78 Mrd. Euro aber viel zu gering, um die Betriebe aus der Bredouille zu bringen. Öffentliche Investitionen seien zwar versprochen worden, stockten aber momentan.

Scheichelbauer-Schuster fordert, den Handwerkerbonus zu verlängern und die Deckelung aufzuheben. Derzeit können Private bis zu 600 Euro Förderung ansuchen, wenn sie ihre Wohnung oder ihr Haus renovieren. Die Regierung hat diesen Bonus geschaffen, um Pfusch einzudämmen und heimische Betriebe zu fördern.

Neben Handwerkerbonus fordert die Branchenobfrau eine Neuauflage der thermischen Sanierung und die Förderung eines altersgerechten Wohnbaus.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro