Gerüchte um Stellenabbau trotz voller Auftragsbücher bei Airbus

Toulouse/Hannover (APA/dpa) - Kürzungspläne bei Airbus: Die Schlagzeilen des französischen Magazins "Challenges" ließen aufhorchen. Wegen der Produktionskürzungen beim weltgrößten Passagierjet A380 und beim Militärtransporter A400M, so das Magazin, sollen 3.600 Jobs vor allem in Bremen, Augsburg, im spanischen Sevilla sowie im britischen Filton und den Werken in Hamburg und Stade auf dem Prüfstand stehen.

Heute, Mittwoch, will der Luftfahrtkonzern - der noch fast 7.300 Flugzeugbestellungen in seinen Auftragsbüchern abzuarbeiten hat - diese Pläne im Detail dem Betriebsrat vorstellen.

Die Aufregung ist verständlich - aber wohl nur zum Teil begründet. In Gewerkschaftskreisen wird auf einen 2012 zwischen Airbus Deutschland und der IG Metall abgeschlossenen Zukunftstarifvertrag hingewiesen, der bis Ende 2020 gilt und die deutschen Airbus-Standorte sichert. Zudem sind nach internen Informationen aus dem Unternehmen schon seit längerem Abstimmungen mit den Sozialpartnern zur A380-Ratenreduzierung im Gange. Diese stellen auf die interne Versetzung von A380-Mitarbeitern zur Fertigung der A320-Flugzeugfamilie und der A350 ab; denn die Arbeitsgänge und Qualifikationen sind weitgehend vergleichbar.

Immerhin sind die Flugzeuge der A320-Familie wahre Kassenschlager, so dass dort die Produktion massiv hochgefahren wird. Ähnliches gilt für die zweistrahligen A350-Jets, deren Fertigungsrate hochläuft. Denkbar wäre etwa, sie zur Lackierung in A380-Hallen nach Hamburg zu schicken. Insofern zeichnen sich eher Stellenverlagerungen als Streichungen ab.

Denn eigentlich laufen die Geschäfte des europäischen Luftfahrtriesen gut. Der Konkurrent des US-Giganten Boeing konnte 2017 den Jahresgewinn fast verdreifachen und eilt von einem Auslieferungsrekord zum nächsten. Dennoch herrscht am Firmensitz im südwestfranzösischen Toulouse keine Feierlaune. Denn bei Flugzeugtypen wie dem weltgrößten Passagierjet A380 oder dem überwiegend in Bremen (Rumpf) und dem spanischen Sevilla (Endmontage) gebauten Militärtransporter A400M gibt es Dauerprobleme. Mangels Bestellungen will der Hersteller vom laufenden Jahr an jährlich nur noch zwölf Maschinen des A380 ausliefern. Von 2019 an sollen es dann nur noch acht sein. Beim A400M soll der Auslieferungsplan um mehrere Jahre gestreckt werden.

Diese Produktionskürzungen wirken sich auf mehrere Fabriken aus. Zu den im Medienbericht genannten Zahlen nahm der Konzern im Detail bisher keine Stellung. Mehr Klarheit soll am Mittwoch nach einem Treffen von Managementvertretern und mit dem Europäischen Betriebsrat herrschen.

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern ist kein einfaches Unternehmen. Das zeigten schon die schweren Managementquerelen Ende vergangenen Jahres. Konzernchef Tom Enders wird nun im April 2019 gehen. Verkehrsflugzeug-Chef Fabrice Bregier machte bereits Guillaume Faury Platz, der bisher die Hubschrauber-Sparte führte. Wer folgt "Major Tom" Enders im kommenden Jahr? Da gibt es viele Fragezeichen. Dass es wieder ein Deutscher wird, ist im Großkonzern mit etwa 129.000 Mitarbeitern und 67 Mrd. Euro Umsatz längst nicht ausgemacht.

Berlin/Frankfurt (APA/dpa) - Der irische Billigflieger Ryanair hat die Gewerkschaft Verdi als Verhandlungspartner für das in Deutschland stationierte Kabinenpersonal anerkannt. Die Gewerkschaft will nun zügig Tarifverhandlungen aufnehmen, wie sie am Mittwoch mitteilte.
 

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Ryanair erkennt Verdi als Verhandlungspartner für Kabine an

München (APA/Reuters) - Die deutsche Internet-Kleinanzeigenbörse Scout24 will mit der Übernahme des Vergleichsportals Finanzcheck.de künftig mehr an Gebrauchtwagen-Krediten verdienen. Der Münchner Betreiber der Portale autoscout24.de und immobilienscout24.de zahlt für den defizitären Ratenkredit-Vermittler 285 Millionen Euro.
 

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Scout24 kauft Vergleichsportal Finanzcheck.de

Washington/Berlin (APA/Reuters) - IWF-Chefin Christine Lagarde hat US-Präsident Donald Trump vor einer Eskalation des Handelsstreits gewarnt. "Die Spannungen in der Handelspolitik haben bereits ihre Spuren hinterlassen, das Ausmaß der Schäden aber hängt davon ab, was die Politik als Nächstes tut", schrieb Lagarde in einem am Mittwoch veröffentlichen Blog im Vorfeld des G-20-Finanzministertreffens am Wochenende in Buenos Aires.
 

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IWF-Chefin Lagarde - Handelsstreit dürfte USA am härtesten treffen