Gerry Weber treibt Anleger mit Gewinneinbruch in die Flucht

Der lange erfolgsverwöhnte Modekonzern Gerry Weber hat seine Anleger mit einer Gewinnwarnung schockiert. Die im Nebenwerteindex MDax notierten Aktien des im westfälischen Halle ansässigen Unternehmens brachen am Mittwoch um 30 Prozent auf 20,67 Euro ein, den niedrigsten Kurs seit dreieinhalb Jahren. Auslöser der Verkaufswelle waren die zuvor von Vorstandschef Ralf Weber einkassierten Jahresziele.

Der erst seit wenigen Monaten auf dem Chefsessel sitzende Sohn von Firmengründer Gerhard Weber erwartet nun für das Geschäftsjahr 2014/15 einen Gewinneinbruch statt eines leichten Ergebnisanstiegs. Als Begründung nannte Weber neben hohen Expansionskosten ungünstige Wetterbedingungen sowie anhaltende Rabattschlachten.

Er kündigte für das seit November laufende Bilanzjahr 2014/15 einen Rückgang des operativen Ergebnisses (Ebit) um 20 bis 25 Prozent an nach 108,9 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz soll dank der Übernahme des Konkurrenten Hallhuber dagegen um einen hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Das wären im besten Fall knapp 940 Mio. Euro - bisher hatte Gerry Weber aber einen Gesamtumsatz von mindestens 970 Mio. Euro in Aussicht gestellt.

Weber erklärte, im ersten Halbjahr hätten kräftige Preisnachlässe auf die aktuellen Damenkollektionen sowie Kosten für die Expansion belastet. Das Ebit sank um gut ein Viertel auf 36,2 Mio. Euro. Der Umsatz legte zwar um 4,8 Prozent auf 432,7 Mio. Euro zu, blieb damit aber hinter den Erwartungen des Managements zurück. Die Kundinnen hätten sich nicht in die Geschäfte locken lassen. Weber berief sich dabei auch auf eine Handelsstudie, wonach die Verbraucher derzeit mehr in höherpreisige Güter wie Autos, Möbel und Immobilien investierten.

Gerry Weber mit seiner Damenmode für über 40-Jährige, der fast die Hälfte seiner Erlöse im Ausland erzielt, ringt wie auch andere hiesige Modefirmen mit den wachsenden Marktanteilen von H&M und den Inditex-Ablegern Zara und Massimo Dutti, die mit rasch wechselnden Kollektionen für steten Zustrom in ihre Geschäfte sorgen. Bereits im vergangenen Jahr musste Gerry Weber den Rabattschlachten und Wetterkapriolen Tribut zollen und seine Wachstumsziele eingrenzen. Umsatz und Gewinn stagnierten weitestgehend.

Gerry Weber hatte im vergangenen Jahrzehnt unter der Regie von Firmengründer Gerhard Weber einen rasanten Expansionskurs vorgelegt und immer wieder die Umsatzmilliarde ins Visier genommen, die bisher aber nicht erreicht wurde. Statt des Großhandels und des Verkaufs über Franchise-Partner setzte Weber wie etwa auch Hugo Boss, Esprit oder Tom Tailor auf eigene Läden. Ende des vergangenen Bilanzjahres betrieb der Konzern europaweit allein über 600 in Eigenregie geführte Houses of Gerry Weber und Geschäfte. Hinzu kamen über hundert Flächen und 30 Outlets sowie knapp 300 von Franchies-Partnern geführte Läden und 2.800 Shop-in-Shops auf Verkaufsflächen der Handelspartner. Auch Online ist Gerry Weber inzwischen unterwegs.

Brüssel (APA) - Österreichs Schulden sind im zweiten Quartal des Jahres auf 76,5 Prozent des BIP gesunken. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es noch 81,0 Prozent. In der Eurozone ging der Schuldenstand im Jahresabstand von 89,2 auf 86,3 Prozent zurück. In der EU verringerte er sich von 83,4 auf 81,0 Prozent, geht aus jüngsten Daten von Eurostat vom Dienstag hervor.
 

Newsticker

Österreichs Schulden auf 76,5 Prozent des BIP gesunken

Wien (APA) - In Österreich ist seit Ende 2016 die Nachfrage nach Unternehmenskrediten aufgrund der guten Konjunktur stark gestiegen. Dieser Trend habe sich zuletzt jedoch abgeschwächt und könnte bis Ende des Jahres ein Plateau erreichen. Die Entwicklung im Privatkundengeschäft verlaufe vergleichsweise moderater, schreibt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in einer Aussendung am Dienstag.
 

Newsticker

OeNB: Nachfrage nach Unternehmenskrediten erreicht neue Höhen

Brüssel (APA) - Österreich konnte im zweiten Quartal des Jahres einen Budgetüberschuss von 1,2 Prozent des BIP einfahren. Im Vergleichszeitraum 2017 hatte es noch ein Defizit von 1,9 Prozent gegeben. Die Eurozone konnte ihr Minus im Jahresabstand von 1,4 auf 0,1 Prozent verringern. Die EU verbesserte sich von -1,5 auf -0,3 Prozent.
 

Newsticker

Österreich mit 1,2 Prozent Budgetüberschuss im zweiten Quartal 2018