Geplatzter Öl-Deal erhöht Druck auf saudische Währung

Wegen geplatzter Hoffnungen auf wieder steigende Staatseinnahmen aus Ölexporten wetten immer mehr Anleger gegen die saudi-arabische Währung. Der sogenannte Rial-Forward, ein Terminkontrakt, mit dem sich Investoren einen bestimmten Wechselkurs in einem Jahr sichern, stieg am Montag um knapp ein Drittel auf 400 Punkte.

Auslöser dieser Rally waren die gescheiterten Gespräche der großen Ölexporteure über eine Begrenzung der Fördermengen. Experten rechnen nun mit einer Ausweitung des weltweiten Überangebots, das den Preis dieses Rohstoffs in den vergangenen beiden Jahren um rund 60 Prozent gedrückt hat. Den Förderländern drohten damit neue Haushaltslöcher, warnten die Analysten der Essener National-Bank.

In den vergangenen Monaten haben Investoren wiederholt auf eine Lockerung oder gar die Aufgabe der Koppelung des Rial an den US-Dollar spekuliert. Dies trieb den Rial-Forward im Jänner auf ein Rekordhoch von 1020 Punkten. Experten betonen jedoch, dass vor allem die Golf-Staaten über dicke Kapitalpuffer in Form von Devisenreserven verfügten. Sie rechnen eher mit Etat-Kürzungen als mit Abwertungen.

Eine Koppelung der Währung an den Dollar hält die Inflation in Golf-Staaten niedrig. Außerdem vereinfacht sie den Handel mit dem in Dollar abgerechneten Rohöl. Der offizielle Wechselkurs des Dollar liegt derzeit bei etwa 3,75 Rial. Mit Termingeschäften können sich Investoren gegen eine mögliche Abwertung absichern.

Ankara (APA/Reuters) - Die türkische Regierung hat vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 24. Juni ihre Ausgaben hochgefahren. Dadurch wuchs das Budgetdefizit in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 78 Prozent auf umgerechnet rund 3,7 Mrd. Euro (20,5 Mrd. Lira), wie aus den am Montag veröffentlichten offiziellen Daten hervorgeht.
 

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Türkisches Staatsdefizit stieg vor Wahlen kräftig - Mehr Ausgaben

Vilnius (APA/Reuters) - Die EZB wird nach Einschätzung von Litauens Notenbankchef Vitas Vasiliauskas möglicherweise im Herbst 2019 erstmals seit Jahren ihre Zinsen straffen. "Da es traditionell keine Sitzung im August gibt, ist es offensichtlich, dass wir über September, Oktober sprechen könnten", sagte das EZB-Ratsmitglied am Montag vor Journalisten. "Ich würde sagen, es geht in Richtung Herbst."
 

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EZB-Notenbanker hält Zinserhöhung im Herbst 2019 für möglich

Wien (APA) - Die ÖVP/FPÖ-Regierung will den lebenslangen Rücktritt von Lebensversicherungen im Fall von falscher oder fehlender Belehrung um einiges unattraktiver machen. Betroffene sollen bereits 2019 deutlich weniger Geld herauskommen. Die Arbeiterkammer und die Liste Pilz kritisieren den schwarz-blauen Vorstoß.
 

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AK-Kritik: Regierung macht Versicherungsrücktritt unattraktiver