Fußball: Prinz Ali bin al-Hussein reichte FIFA-Kandidatur ein

"Ich bin zuversichtlich, dass die FIFA mit wiederhergestellter Reputation aus dieser schwierigen Phase hervortreten kann und eine Organisation wird, die wieder mit Respekt angesehen wird", teilte Al-Hussein mit.

Ende Mai war der 39-Jährige mit der Unterstützung aus Europa und einem respektablen Ergebnis Joseph Blatter unterlegen. Im ersten Wahlgang hatte es für Blatter noch nicht für eine direkte Wiederwahl gereicht. Von den 209 Delegierten bekam Blatter 133 Stimmen, Prinz Ali bin Al-Hussein wurde von 73 Delegierten gewählt, drei Stimmen waren ungültig. Für eine Direktwahl hätte Amtsinhaber Blatter 140 Stimmen und somit eine Zwei-Drittel-Mehrheit benötigt.

Mit dem Ergebnis hatte Al-Hussein Blatter eine zweite Abstimmungsrunde abgerungen, auf die der Jordanier dann doch aufgrund des Abstands verzichtet hatte. Blatter war somit wiedergewählt. Ursprünglich wollte auch UEFA-Präsident Michel Platini gegen Blatter und Al-Hussein kandidieren. Der ehemalige Fußballsuperstar aus Frankreich hatte zum letzten Moment auf eine Kandidatur verzichtet. Trotz massiver Verdachtigungen wegen Untreue und Korruption gegen Blatter hatte Platini bei der FIFA-Präsidentenwahl für den Schweizer gestimmt - entgegen der Linie der europäischen Fußballverbände.

Der Schweizer Amtsinhaber hatte kurz nach seiner Wiederwahl seinen baldigen Rücktritt angekündigt. Seit Anfang Oktober ist der FIFA-Präsident inzwischen von der FIFA-Ethikkommission für 90 Tage suspendiert. Die Wahl seines Nachfolgers soll am 26. Februar 2016 in Zürich stattfinden, dieser Termin könnte sich angesichts des Korruptionsskandals aber noch verschieben. Ebenso gesperrt auf 90 Tage wurde UEFA-Präsident Michel Platini.

Die FIFA-Ethikkommission hat beide Funktionäre gesperrt. Sie ermittelt wegen einer dubioser Zahlungen in Höhe von insgesamt zwei Millionen Franken von Blatter an Platini im Jahr 2011. Er wurde von Blatter wegen Beratungsdienste entlohnt. Die Gegenleistung dafür soll aber schon zwischen 1998 und 2002 erbracht worden sein. Die Restzahlung im Jahr 2011 folgte just in einem Zeitpunkt, in dem Blatter für das FIFA-Amt kandidierte. Und Platini hatte zu diesem Zeitpunkt eine sportpolitische Schlüsselrolle. Die Ethikhüter der FIFA werten dies bereits als Interessenskollision. Sowohl Platini und Blatter sollen laut Insidern gegenüber den Ermittlern der Ethikkommission sowie der Justiz nicht schlüssig darlegen können, wofür im Ferbuar das Geld bezahlt wurde, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Kommt die FIFA-Ethikkommission zum Schluss, dass tatsächlich eine Interessenskollission vorliegt, droht sowohl Blatter als auch Platini der lebenslange Ausschluss von allen FIFA-Ämtern.

Die Ethik-Kommission ermittelt derzeit ausschließlich in der sogenannten Causa "Blattini". Beide Herren wurden ebenso von der Schweizer Bundesanwaltschaft im September verhört. Gegen Blatter läuft seit 25. September ein Ermittlungsverfahren der Schweizer Justiz.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

Newsticker

May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

Newsticker

Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

Newsticker

Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht