Fußball: Blatter: Absprachen vor WM-Vergaben schon immer möglich

Frankfurt am Main - Der gesperrte FIFA-Präsident Joseph Blatter hat in einem Mediengespräch ganz offen eingeräumt, dass die Vergabe von Fußball-Weltmeisterschaften schon immer offen für geheime Absprachen und betrügerische Deals war. "Wenn Sie nur wenige Leute in einem Wahlgremium haben, können Sie das gar nicht verhindern. Das ist unmöglich", sagte der Schweizer der "Financial Times" (Freitag).

Als Beispiel dafür nannte er in dem Gespräch weitere Details zu der hochumstrittenen Vergabe der WM 2022 an das Golfemirat Katar. Blatter bestätigte der Londoner Wirtschaftszeitung noch einmal, was er am Mittwoch bereits der russischen Staatsagentur Tass gesagt hatte: Dass die WM-Endrunde 2022 eigentlich in den USA stattfinden sollte. "Hinter den Kulissen war alles klar. Es war diplomatisch bereits ausgemacht, dorthin zu gehen", meinte der 79-Jährige.

Nach einem Treffen des Kronprinzen von Katar mit dem damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy sowie UEFA-Chef Michel Platini wurde diese Absprache jedoch noch einmal gekippt - "aufgrund der Intervention von Herrn Sarkozy", wie Blatter nun erstmals im Detail behauptet.

"Eine Woche vor der Wahl bekam ich einen Telefonanruf von Platini, und er sagte mir: 'Ich bin nicht mehr länger auf deiner Seite, weil mein Staatschef mir gesagt hat, wir sollten die Interessen Frankreichs berücksichtigen'", erzählte Blatter. "Außerdem sagte er (Platini) mir, dass das nicht nur eine Stimme betrifft, sondern dass er eine ganze Gruppe von Stimmen hat." Bei der Abstimmung im Dezember 2010 setzte sich Katar am Ende mit 14:8 Stimmen im FIFA-Exekutivkomitee gegen die USA durch.

Dresden (APA/dpa) - Die deutsche Flirt-App Lovoo wird um 70 Mio. Dollar (58,5 Mio. Euro) vom US-Konzern The Meet Group übernommen. Die US-Amerikaner betreiben bereits mehrere konkurrierende Plattformen wie Hi5 oder MeetMe. Mit rund fünf Millionen aktiven Nutzern im Monat werde Lovoo aber die populärste Marke sein, erklärte The Meet Group am Mittwoch.
 

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70-Millionen-Euro-Flirt - US-Konzern kauft deutsche Dating-App Lovoo

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Staatsanwaltschaft Frankfurt fordert von Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter 500.000 Euro für die Einstellung des Insiderverfahrens gegen ihn. Das bestätigte der Vizepräsident des Amtsgerichts Frankfurt, Frank Richter, der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Das Gericht muss in der Affäre um Insiderhandel und Marktmanipulation einem Deal der Börse mit der Staatsanwaltschaft zustimmen.
 

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Staatsanwaltschaft will 500.000 Euro von Börsen-Chef Kengeter

Tokio/Minato (APA/Reuters) - Das monatelange Rennen um die Chipsparte des japanischen Elektronikkonzerns Toshiba ist entschieden: Um rund 18 Mrd. Dollar (15 Mrd. Euro) erwirbt der US-Finanzinvestor Bain Capital den weltweit zweitgrößten Produzenten von Speicherchips. Als Partner agieren nach offiziellen Angaben vom Mittwoch der südkoreanische Konkurrent SK Hynix sowie die langjährigen Toshiba-Kunden Apple und Dell.
 

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Toshiba verkauft Chip-Sparte um 18 Mrd. Dollar an US-Finanzinvestor