Fusionen und Übernahmen in der Schweiz haben sich 2014 versechsfacht

Zürich - Nach dem Tiefpunkt im Vorjahr hat es 2014 in der Schweiz einen neuen Rekord bei Fusionen und Akquisitionen gegeben. Insgesamt fanden Deals mit einem Wert von 188 Mrd. Dollar (rund 160 Mrd. Euro) statt. Das sind fast sechsmal mehr als im Vorjahr.

2013 war das Gesamtvolumen um 71 Prozent auf 33 Mrd. Dollar abgesackt. Nun schnellte es 2014 um satte 155 Mrd. Dollar nach oben, wie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG am Dienstag in einer Studie bekanntgab. Die 188 Mrd. Dollar seien der höchste Wert der letzten sieben Jahre, erklärte KPMG-Spezialist Patrik Kerler vor den Medien in Zürich.

Die Welle an Fusionen und Akquisitionen sei wieder da und es sei eine breite Welle. Insgesamt hätten 420 Transaktionen stattgefunden. Das sei ein Drittel mehr als im Vorjahr, sagte Kerler: "Die Tendenz ist klar steigend." Von Quartal zu Quartal habe es mehr Deals gegeben.

Und die Transaktionen waren deutlich größer als im Vorjahr: An der Spitze ragte der Zusammenschluss der beiden Zementriesen Holcim und Lafarge heraus, der einen Wert von 40 Mrd. Dollar hat. An zweiter Stelle stand die Übernahme des Pharmahändlers Alliance Boots mit Sitz in Bern durch den US-Konkurrenten Walgreen im Wert von knapp 24 Mrd. Dollar, wie KPMG in der Studie schrieb.

Dahinter folgen die diversen Zu- und Verkäufe von Novartis, die sich auf ihr Kerngeschäft fokussieren will. Während Novartis vom britischen Konkurrenten GlaxoSmithKline das Krebsgeschäft übernimmt, stoßen die Schweizer die kleineren Sparten Impfstoff und rezeptfreie Medikamente an die Briten ab.

Zudem wird die Sparte Tiergesundheit an den US-Pharmakonzern Eli Lilly verkauft. Diese vier Transaktionen haben zusammen einen Wert von 28,5 Mrd. Dollar. Damit stamme die Hälfte der zehn größten Transaktionen aus der Pharmabranche.

Zum Vergleich: Die größte Transaktion des Vorjahres, nämlich der Verkauf des Kreditbestands der belgischen Royal Park Investments an die Credit Suisse und die amerikanische Private-Equity-Firma Lone Star für 3 Mrd. Dollar hätte es 2014 nicht einmal unter die Top-Ten geschafft, sagte Kerler.

Einige weitere Unternehmen hätten beachtliche Transaktionen geschultert: So übernahm Geberit die finnische Sanitec, Nestle trieb die Portfoliooptimierung weiter voran und Dufry erwarb die Nuance Group, womit sich das Unternehmen zum klaren Marktführer im Flughafendetailhandel entwickelte.

Für 2015 erwartet KPMG eine Fortsetzung des Booms angesichts der florierenden Börsen und der tiefen Zinsen. Es dürfte ein konstantes Wachstum bei der Zahl der Transaktionen geben.

Das Gesamtvolumen könnte wieder 100 Mrd. Dollar erreichen, sagte Kerler im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda: "Das wäre ein sehr gutes Jahr." Denn es gehe nicht jedes Jahr ein Deal von der Größenordnung Holcim-Lafarge über die Bühne.

Am Montag war KPMG-Konkurrent EY (früher Ernst&Young) in einer eigenen Studie zu einem ähnlichen Befund gekommen. Laut EY fanden in der Schweiz 2014 Fusionen und Übernahmen mit einem Gesamtwert von 175,8 Mrd. Franken (146,4 Mrd. Euro) statt, nach 20,8 Mrd. Franken im Vorjahr.

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