Früherer Audi-Manager Hatz geht gegen seine Untersuchungshaft vor

München (APA/AFP) - Der frühere Audi-Manager Wolfgang Hatz, der wegen der Abgasaffäre seit knapp sieben Monaten in Untersuchungshaft sitzt, will nach einem Medienbericht mit einer Beschwerde beim deutschen Bundesverfassungsgericht seine Freilassung erreichen.

Das Verfassungsgericht bestätigte auf Anfrage der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe) den Eingang der Beschwerde. "Das Verfahren ist in Bearbeitung, eine Entscheidung aber nicht in den nächsten Tagen zu erwarten", teilte das Gericht demnach mit.

Nach Angaben aus Kreisen von Verfahrensbeteiligten mache Hatz in Karlsruhe geltend, sein Anspruch nach Artikel 103 Grundgesetz auf "rechtliches Gehör" bei der Justiz sei verletzt worden. Artikel 103 der Verfassung bedeutet, dass die Justiz Schriftsätze nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern sich auch eingehend damit auseinandersetzen muss. Das soll demnach beim Oberlandesgericht (OLG) München nicht geschehen sein. Das OLG hatte laut Bericht Anfang März auf 13 Seiten das Begehren auf Freilassung von Hatz zurückgewiesen.

Zuvor hätten die Verteidiger von Hatz in langen Schriftsätzen erst an das Landgericht München I und dann an das OLG den Vorwurf zurückgewiesen, ihr Mandant sei in die Abgasaffäre verwickelt. Hatz sitzt wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft. Der Motorenexperte war von 2001 bis 2009 Leiter der Aggregate-Entwicklung bei Audi gewesen. Audi gehört zum Volkswagen-Konzern.

Über VW kam Hatz schließlich in den Porsche-Vorstand. Dort wurde er dann nach Beginn der Abgasaffäre aus unternehmenspolitischen Gründen beurlaubt. Als Hatz bei dem Sportwagenhersteller schließlich ging, erklärte die Porsche AG, es seien "keinerlei Hinweise" auf eine Mitverantwortung von ihm für manipulierte Abgasmessungen bei Dieselfahrzeugen gefunden worden.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte