Frostschäden - Ausmaß bis zu 240 Millionen Euro

Kukmirn - Im Südburgenland hat sich Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) am Freitag ein Bild der Frostschäden in Wein- und Obstbaukulturen gemacht. Rupprechter und Agrarlandesrätin Verena Dunst (SPÖ) betonten dabei die Bereitschaft zur finanziellen Hilfe für Betroffene. Nach Schätzungen der Hagelversicherung liege der bundesweite Schaden zwischen 215 und 240 Mio. Euro, so Rupprechter.

Ein Teil der Schäden sei durch Versicherungen abgedeckt. Nun müsse man eruieren, was davon in die Hagelversicherung falle und was von Bund und Ländern an Unterstützung erbracht werden müsse. Dies soll im Lauf der kommenden Woche geklärt werden, erläuterte der Ressortchef.

Eine Öffnung des Katastrophenfonds sei bereits beschlossen worden. Als Sofortmaßnahme, um die Liquidität der Betriebe zu gewährleisten, wurde eine Stundung der Agrarinvestitionsbetriebe ermöglicht. In vielen Kulturen werde man erst bei der Ernte das Schadensausmaß feststellen können. Wichtig sei "das klare Signal: "Die Politik hilft", sagte Rupprechter. "Wir werden nicht alles ausgleichen können. Aber klar ist, wir können die Bäuerinnen und Bauern in dieser schwierigen Phase auch nicht allein lassen."

Im Burgenland liege das Schadensausmaß beim Produktionswert nach bisherigen Betrechnungen 60 bis 70 Mio. Euro, berichtete Landwirtschaftskammerpräsident Franz Stefan Hautzinger: "Der Wertschöpfungsverlust geht bis an die 150 Mio. Euro."

Von den 14.000 Hektar Weingärten seien etwa 4.000 durch eine Frostschadensversicherung abgedeckt. Im Obstbau hätten bisher nur wenige Betriebe die Versicherung in Anspruch genommen, weil sie erst seit einem Jahr angeboten werde.

Nach Ansicht Hautzingers sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, um ein Gesamtpaket in Richtung umfassendes Risikomanagement zu schnüren, das von der öffentlichen Hand auch unterstützt werde. "Es muss in Richtung einer umfassenden Einkommensabsicherung für die Landwirtschaft gehen", sagte der Landwirtschaftskammerpräsident. Künftig brauche es ein System, wo die Landwirtschaft bei solchen Katastrophen nicht "Bittsteller" sei, sondern Anspruch auf Unterstützung habe. Das Geld für eine Unterstützung des Prämienaufkommens sei "gut eingesetzt".

Beim Wein werde man von einer kleinen Ernte 2016 ausgehen müssen, sagte Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager. Mit der Rebblüte Ende Mai bis Mitte Juni könne man zum ersten Mal einschätzen, wie hoch der Schaden wirklich sei. Nach der Weinernte im Herbst habe man dann die Zahlen genau auf Papier und werde sehen, wo man unterstützen müsse.

Schmuckenschlager unterstützte die Forderung nach einem umfassenden Risikomanagement in der Landwirtschaft. Dabei müsse man in sensiblen Märkten, etwa bei Milch und in der Fleischproduktion, Systeme andenken, wie es sie in den USA in Form von Produktpreis-Absicherungen gebe. Hier sei ein "Sicherheitsnetz" notwendig, um die Produktion von Lebensmitteln in Österreich absichern zu können.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro