Freenet steigt bei Schweizer Telekom-Firma Sunrise ein

Der deutsche Mobilfunkanbieter Freenet steigt beim größten Telekommunikationsanbieter der Schweiz ein. Mit dem Finanzinvestor CVC Capital Partners sei ein Vertrag über den Kauf von 23,83 Prozent an Sunrise Communications Group geschlossen worden, teilten die Deutschen am späten Donnerstagabend mit. Im kommenden Monat würden weitere 0,73 Prozent zu den gleichen Konditionen erworben.

Der Kaufpreis für das 23,83-Prozent-Paket liege bei 714 Mio. Euro. Der Vorstandsvorsitzende von Freenet, Christoph Vilanek, und der Vorstand für Finanzen und Controlling, Joachim Preisig, sollen künftig im Verwaltungsrat der Sunrise Communications Group vertreten sein. Mit dem Vollzug der Transaktion werde kurzfristig gerechnet. Sunrise ist der größte private Telekommunikationsanbieter der Schweiz mit mehr als drei Millionen Kunden
Von der Transaktion verspricht sich Freent das Unternehmen einen positiven Effekt auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie auf den Free Cashflow. So soll 2016 das Ebitda bei 410 Mio. Euro liegen. Bisher waren hier 10 Mio. Euro weniger angepeilt worden. Die Prognosen für Umsatz und Dividende bleiben hingegen unverändert.
Freenet ist damit neuer Hauptaktionär von Sunrise. Nach über fünf Jahren und dem Börsengang im vergangenen Jahr steigt CVC Capital Partners damit beim Telekommunikationskonzern aus. Dass sich der Finanzinvestor von Sunrise abwenden könnte, hatte sich schon bei der Vorlage der Geschäftszahlen in der vergangenen Woche gezeigt, als CVC seine Verwaltungsratsmitglieder abzog.
CVC war 2010 nach der gescheiterten Fusion mit dem Rivalen Orange bei Sunrise eingestiegen und brachte das Unternehmen im Februar vor einem Jahr an die Börse. Im September 2010 hatte CVC Sunrise von der dänischen TDC-Gruppe gekauft und damals 3,3 Mrd. Franken (aktuell 3 Mrd. Euro) bezahlt.
Erst vor Wochenfrist kündigte Sunrise einen umfassenden Umbau der Konzernführung an: Konzernchef Libor Voncina wird durch Olaf Swantee ersetzt. Der Holländer mit Schweizer Pass wurde als Chef angekündigt, der mit Sunrise nach dem Börsengang den nächsten Schritt machen solle.
Zudem soll der ehemalige UBS-Präsident Peter Kurer neuer Verwaltungsratspräsident bei Sunrise werden. Er folgt auf den CVC-Partner Lorne Somerville, der nach dem unerwarteten Tod von Dominik Koechlin im vergangenen Sommer Interimspräsident wurde.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma