Frankreichs Arbeitgeber: Staat soll Hilfe für Arbeitslose kappen

(Reuters) - Frankreichs Arbeitgeber haben im Kampf gegen Arbeitslosigkeit und die stagnierende Wirtschaft tiefgreifende Reformvorschläge präsentiert. Man sei sich bewusst, dass einige Leute die Pläne als "aggressiv und übertrieben" kritisieren werden, sagte der Chef des Verbandes Medef, Pierre Gattaz, am Mittwoch Eine Umsetzung des Vorhabens würde nach seinen Worten in den kommenden fünf Jahren aber eine Million Stellen schaffen.

Medef schlägt unter anderem vor, die 35-Stunden-Woche abzuschaffen, das Rentenalter zu erhöhen und den Mindestlohn zu senken. Zwei der elf staatlichen Feiertage sollen gestrichen und das Verbot der Schiefergasförderung aufgehoben werden. Weiter wollen die Arbeitgeber die Steuerlast für Unternehmen deckeln, den Arbeitsmarkt deregulieren und die staatliche Hilfe für Arbeitlose einschränken, um diese zur Annahme von Stellen zu bewegen.

Einige der Vorschläge waren vor einigen Tagen bereits an die Öffentlichkeit durchgesickert und hatten zu einem Aufschrei der Gewerkschaften geführt. Der sozialistische Ministerpräsident Manuel Valls hatte daraufhin alle Beteiligen aufgerufen, Provokationen zu vermeiden. Eine Umsetzung des Arbeitgeberplans gilt als unwahrscheinlich: Valls erklärte in der vergangenen Woche vor dem Parlament, die Regierung werde weder die 35-Stunden-Woche noch den Mindestlohn antasten. Anfang der Woche verteidigte er bei einem Besuch in Deutschland seine Wirtschaftspolitik. Zwar zeigte die Bundesregierung Verständnis für die Position der Franzosen. BDI-Präsident Ulrich Grillo und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel mahnten jedoch Strukturreformen an.

Frankreichs Präsident Francois Hollande hat seit seiner Wahl 2012 milliardenschwere Beschäftigungsprogramme aufgelegt und den Kündigungsschutz gelockert. Die Arbeitslosenquote blieb aber bei über zehn Prozent. Im Juli hatten fast 3,5 Millionen Franzosen keine Stelle. Medienberichten zufolge fiel die Arbeitslosenzahl im August um 11.100 im Monatsvergleich. Die offiziellen Daten wurden im Laufe des Tages erwartet.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne