Frankreich gegen Fusion von Deutscher Börse und LSE

die französische Regierung macht Stimmung gegen die Fusion der Börsen in London und Frankfurt. Der neue Börsenriese für massive Kontrollrechte über Infrastruktur bekommen.

Paris/Frankfurt/London. Die Fusionspläne von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE) stoßen in Frankreich auf Widerstand. Die Regierung in Paris sei besorgt über den geplanten Zusammenschlusses, sagte Finanzminister Michel Sapin. Ein fusionierter Konzern würde einen Großteil der Infrastruktur kontrollieren, der für die Funktionsfähigkeit der Märkte nötig sei.

"Das ist ein Wettbewerbsproblem. Wir werden uns dafür einsetzen, dass sich die EU-Kommission das ansieht und die Entstehung einer dominanten Marktposition verhindert."

Die EU-Wettbewerbshüter müssen die rund 25 Mrd. Euro schwere Verschmelzung genehmigen und erkundigen sich in der Regel im Vorfeld, was andere Beteiligte von dem Deal halten. Der Widerstand aus Frankreich kommt nicht überraschend. Durch den Zusammenschluss von Deutscher und Londoner Börse würde aus Sicht von Analysten der Druck auf die europäische Mehrländerbörse Euronext steigen, die in Paris beheimatet ist.

Die Euronext-Spitze hat kürzlich erklärt, angesichts der Umwälzungen in der Branche mögliche Zukaufsmöglichkeiten zu prüfen. Brancheninsider halten es für denkbar, dass Deutsche Börse und LSE nach einer Fusion einzelne Geschäfte an die Euronext abgeben, um Frankreich zu besänftigen.

Die deutsche Regierung gibt sich im Gegensatz zu Frankreich bisher zurückhaltend. Sie wolle sich nicht in die Fusion einmischen, sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble vergangene Woche. "Die Märke sollen entscheiden, nicht die Regierungen - das ist immer die bessere Lösung".

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