Frankfurter Merz-Gruppe schafft Umsatzmilliarde

(Reuters) - Die für ihre Spezial-Dragees bekannte Frankfurter Pharmagruppe Merz hat im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals die Umsatzmilliarde geknackt. Wenn der Konzern sein Kugelschreiber-Geschäft Senator mit in die Bilanz nehme, dann komme Merz über die Milliarde, sagte Firmenchef Philip Burchard im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagausgabe). Das Senator-Geschäft weist Merz mittlerweile nicht mehr in seinem Zahlenwerk aus. Im Geschäftsbericht konzentriert sich das Familienunternehmen auf sein Kerngebiet Arzneimittel, das laut Burchard 2013/14 (Ende Juni) 994 Millionen Euro erzielte - ein Plus von etwas mehr als einem Prozent. Die nächsten Jahren werde der Umsatz um die Milliardenmarke herum pendeln.

Die Zeit des rasanten Wachstums ist für den Traditionskonzern damit erst einmal vorbei. Denn das bisherige Zugpferd, das Alzheimer-Mittel Memantine, verliert inzwischen Land für Land seinen Patentschutz. Günstigere Generika verdrängen das Original-Medikament und die Lizenzeinnahmen im Ausland, die die Vertriebspartner Merz überweisen, schrumpfen deutlich. Laut Burchard sank 2013/14 der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um rund ein Viertel auf 247 Millionen Euro. "Der Rückgang erklärt sich nicht nur aus dem Rückgang der Lizenzeinnahmen sondern auch dadurch, dass wir sehr viel mehr in Forschung und Entwicklung gesteckt haben", so der Firmenchef.

Merz ist dabei, den durch Memantine bedingten Umsatzausfall durch den Ausbau der Geschäfte in der Schönheitsmedizin auszugleichen. Auch durch Übernahmen will Merz das Wachstum in diesem Feld ankurbeln. So erwarb der Konzern unter anderem 2013 den Schweizer Hautpflege-Spezialisten Neocutis, der seine Produkte vor allem in den USA vertreibt. Im Bieterkampf mit dem kanadischen Rivalen Valeant um das US-Hautpflege-Unternehmen Obagi musste sich Merz allerdings geschlagen gegeben. Schneller Ersatz für Memantine ist aber nicht zu erwarten. Erst einmal werde sich daher der Umsatz nur um die Milliardenmarke herum bewegen, sagte Burchard. Der Manager sieht aber bereits ein Ende der Durststrecke: "Ein paar Jahre - dann geht es rasant nach oben."

Madrid (APA/Reuters) - Die Korrektur der Bilanz für 2017 versetzt den Aktien von Dia einen weiteren Schlag. Die Titel der hoch verschuldeten spanischen Supermarktkette fielen am Montag um mehr als 20 Prozent auf ein Rekordtief von 0,70 Euro.
 

Newsticker

Spanische Supermarktkette Dia musste Bilanz 2017 korrigieren

München (APA/dpa/Reuters) - Die US-Kartellbehörde FTC hat die milliardenschwere Fusion des deutschen Industriegaseherstellers Linde mit dem US-Konkurrenten Praxair zum weltgrößten Industriegase-Konzern unter Auflagen genehmigt. Das teilte die Behörde am Montag mit.
 

Newsticker

USA genehmigen Linde-Praxair-Fusion unter Auflagen

Wien (APA) - Die Wettbewerbsbehörde (BWB) will stärker gegen unfaire Geschäftspraktiken zwischen großen und kleinen Betrieben vorgehen. "Die Benachteiligung von marktschwachen Vertragspartnern kann zu Wettbewerbsverzerrungen führen", sagte BWB-Chef Theodor Thanner am Montag bei der Präsentation eines "Fairnesskatalogs für Unternehmen".
 

Newsticker

BWB will schärfer gegen unfaire Geschäftspraktiken vorgehen