Frankfurter DAX müht sich weiter an 10.000-Punkte-Marke ab

Die Aussicht auf noch länger niedrige Zinsen in den USA hat den deutschen Aktienmarkt nicht nachhaltig beflügeln können. Nach seinem Sprung über die Marke von 10.000 Punkten zum Handelsstart am Donnerstag fiel der DAX im frühen Handel wieder zurück.

Zuletzt trat das Börsenbarometer mit minus 0,04 Prozent bei 9.978,97 Punkten auf der Stelle. Der DAX hatte sich in den vergangenen Tagen bereits mehrfach an der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Punkten abgemüht.

Die Fed hatte am Vortag wie erwartet den Leitzins unverändert gelassen, gleichzeitig aber das Tempo aus der Zinswende genommen. Sie dürfte nun ihre Geldpolitik in diesem Jahr langsamer straffen als bisher beabsichtigt. Das habe die Stimmung der Investoren an den Finanzmärkten aufgehellt, kommentierten die Analysten des japanischen Investmenthauses Nomura die Signale der Notenbanker.

Der Mittelwerteindex MDAX stand zuletzt nahezu unverändert mit minus 0,04 Prozent bei 20.095,76 Zählern. Der Technologiewerte-Index TecDAX gab um 0,81 Prozent auf 1.619,50 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 dämmte seine Gewinne auf zuletzt 0,12 Prozent auf 3.065,80 Punkte ein.

Während die Anleger die Nachrichten von der Fed noch verarbeiten, richten sich die Blicke schon auf aktuelle Konjunkturdaten sowie die geldpolitische Entscheidung der Bank of England. Insbesondere der Phili-Fed-Indikator und die Frühindikatoren dürften als Hinweise auf den Zustand der US-Wirtschaft Beachtung finden.

Am deutschen Aktienmarkt beschäftigten am Morgen zunächst zahlreiche Bilanzen die Anleger. Eines der Hauptthemen war dabei die Dividende. In Zeiten schwankender Kurse und mickriger Zinsen hatte die Ausschüttung zuletzt an Bedeutung gewonnen.

Nachdem die Aktionäre der Lufthansa für 2014 leer ausgegangen waren, sollen sie für 2015 nun eine Dividende von 50 Cent erhalten. Die Aktie wurde gleichwohl am Morgen mit einem Kursverlust von mehr als 4 Prozent am Dax-Ende abgestraft. Börsianern zufolge enttäuschte vor allem der Geschäftsausblick für das Jahr 2016. Zudem schienen sich einige Anleger mehr Dividende erhofft zu haben.

Papiere von HeidelbergCement landeten mit einem Kursgewinn von mehr als eineinhalb Prozent an der DAX-Spitze. Börsianer lobten vor allem die starke Dividendenanhebung von 0,75 auf 1,30 Euro.

Der Chemiekonzern Lanxess konnte indes trotz eines kräftigen Gewinnanstiegs nicht am Markt punkten, die Aktie gehörte zeitweise mit hohen Kursverlusten zu den Schlusslichtern im MDAX. Zuletzt stand das Papier noch moderat im Minus. Das Gewinnziel für das Gesamtjahr 2016 habe die Erwartungen enttäuscht, schrieb Analyst Peter Spengler von der DZ Bank.

Zu den größeren Gewinnern gehörten dagegen die Anteilsscheine von Wacker Chemie und Krones - sie rückten um jeweils rund 3 Prozent vor. Der Spezialchemiekonzern und der Getränkeabfüllanlagenhersteller erfreuten die Anleger ebenfalls mit Dividendenanhebungen. An der MDax-Spitze aber profitierten Fraport-Aktien mit rund 4 Prozent Kursgewinn von einer frischen Kaufempfehlung der HSBC.

Die Papiere von TecDAX-Schwergewicht United Internet sackten mit mehr als zweieinhalb Prozent an das Ende des Index. Auch hier enttäuschte laut Börsianern der Geschäftsausblick des etwas.

Im SDAX sprangen die Papiere des Motorenherstellers Deutz um mehr als 3 Prozent nach oben. Die schwachen Geschäftszahlen seien immerhin besser ausgefallen als befürchtet, kommentierte ein Händler den Kursanstieg.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma