Frankfurter Börse - DAX verliert 1,25 Prozent

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die Lage am deutschen Aktienmarkt bleibt nach dem jüngsten Börsenbeben angespannt. Nach einem anfänglichen Stabilisierungsversuch schloss der DAX am Freitag mit einem Minus von 1,25 Prozent mit 12.107,48 Punkten. Auf Wochensicht büßte der deutsche Leitindex damit mehr als 5 Prozent ein, nach einem Kursrutsch um mehr als 4 Prozent in der Vorwoche.

Der Index der mittelgroßen Konzerne MDAX fiel am Freitag um 0,81 Prozent auf 25.030,74 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDAX büßte 0,59 Prozent auf 2.441,22 Zähler ein.

Den Takt in der abgelaufenen Woche gab die Wall Street vor. Dort war die Sorglosigkeit nach der über ein Jahr währenden Rekordjagd der Angst vor schneller als erwartet steigenden Zinsen gewichen. Mit dem Billiggeld, dass ein wesentlicher Treiber der Aktienmarkt-Rally der vergangenen Jahre war, könnte es dann früher vorbei sein als gedacht. Doch Experten sehen noch eine andere Ursache: Spekulanten hatten zuletzt auf der Suche nach Profiten auf weiterhin ruhiges Fahrwasser an den Finanzmärkten gewettet. Einige Hedgefonds hatten sich damit dem Vernehmen nach vermutlich verzockt. Um Verluste einzudämmen, mussten sie dann Aktien verkaufen.

Selten sei Euphorie so schnell in Angst umgeschlagen, sagte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. "Der Zinsanstieg ist in den Köpfen angekommen." Allerdings gibt er sich auch zuversichtlich. Das Schlimmste könnte eventuell schon vorbei sein - zumal Aktien nach dem Kursrutsch wieder attraktiver wirkten.

Eine gewisse Skepsis bleibt aber zumindest kurzfristig. Auch wenn sich laut dem Marktstrategen Markus Reinwand von der Landesbank Helaba "bei Euro-Aktien durch die jüngsten Kursabschläge die akute Überhitzung abgebaut hat", bleibe die Lage angespannt. Risiken berge vor allem die noch immer zu hohe Bewertung der US-Leitindizes. Hier sei die Bereinigung vermutlich noch nicht abgeschlossen. Vorsicht sei angebracht, auch wenn der Rückschlag für mittelfristig orientierte Anleger durchaus einige Chancen biete.

Unter den Einzelwerten setzten die Aktien der Lufthansa ihren Kursrutsch vom Vortag mit einem Minus von 0,68 Prozent fort. Bei der Fluggesellschaft mehren sich derzeit die negativen Analystenstimmen. Tags nach einer Abstufung durch Kepler Cheuvreux folgte nun Barclays mit einer weniger optimistischen Einschätzung. Laut Analyst Rishika Savjani ist es fraglich, ob die Fluglinie genug Maßnahmen ergriffen hat, um das Margen- und Ertragsprofil nachhaltig zu stärken.

Bei Commerzbank-Aktionären scheint die gute Laune, die am Vortag aufgrund der Geschäftszahlen und einer für 2018 in Aussicht gestellten Dividende aufkeimte, vollends verflogen. Die Papiere büßten als DAX-Schlusslicht mehr als 4 Prozent ein. Schon am Donnerstag konnten sie ihre zwischenzeitlich deutlichen Gewinne nicht verteidigen.

Für die Anteilscheine des Chipkonzerns Infineon ging es dagegen um 0,71 Prozent nach oben. Sie waren damit einer von nur zwei Gewinnern im DAX. Analyst Janardan Menon vom Broker Liberum sprach von einer guten Gelegenheit. Er verwies auf starke Autoabsatzzahlen aus China, die ein Indiz für eine weiterhin "extrem starke" Nachfrage der Automobilindustrie nach den Halbleitern von Infineon seien.

Geschäftszahlen gab es zum Wochenschluss von Ceconomy. Nachdem Preisschlachten im wichtigen Weihnachtsquartal für einen Gewinnrückgang gesorgt hatten, will der Elektronikhändler nun unter anderem mit Kostensenkungen gegensteuern. Die Papiere knickten im schwachen Gesamtmarkt dennoch um knapp 3 Prozent ein.

Unter den Nebenwerten im SDAX sackten die Aktien des Hafenlogistikers HHLA um rund 11 Prozent ab. Biotest-Papiere schnellten unterdessen um sechseinhalb Prozent nach oben. Nach der mehrheitlichen Übernahme durch einen chinesischen Investor strebt dieser einen Beherrschungs-und Gewinnabführungsvertrag an.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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