Forum Alpbach - Mehr Frauen in Führungsetagen machbare Aufgabe

Alpbach (APA) - Gerade in Österreich herrscht zu Gehältern besondere Diskretion. Digitale Plattformen machen Gehaltssysteme zwar etwas einsehbarer. Der Gender Pay Gap ist aber nach wie vor hoch mit 20,1 Prozent. Beim Forum Alpbach wurde debattiert, wie ein transparentes Personalmanagement Chancengleichheit positiv beeinflusst. Zu einer fairen Bezahlung gehört demnach eine positive Unternehmenskultur.

Teilzeitarbeit ist ein großer Faktor bei der ungleichen Bezahlung. 80 Prozent der Teilzeitstellen in Österreich sind von Frauen besetzt. Dadurch stagniert auch die Karriere bei Frauen tendenziell, erläuterte Elisa Aichinger, Personalberaterin bei Deloitte Österreich, am Mittwoch im Tiroler Bergdorf.

47 Prozent der Erwerbstätigen in Österreich sind Frauen, aber nur 16 Prozent des mittleren Managements sind weiblich besetzt, wie sich auch nur gut 8 Prozent Frauen in der Geschäftsführung finden und überhaupt lediglich 5 Prozent der Unternehmensspitzen weiblich besetzt sind. Hier zeigt sich ein sogenannter Gender Carreer Gap, der sich auch auf den Gender Pay Gap auswirkt, so Aichinger.

2009 betrug Letzterer übrigens noch 25,5 Prozent, der Trend ist also leicht positiv, aber Österreich ist damit immer noch am fünftletzten Platz in Europa. Mit Verweis auf Daten der Statistik Austria sagte Aichinger, dass ein Mann im Schnitt zuletzt im Jahr 23.300 Euro pro Jahr verdiente, eine österreichische Frau lukrierte lediglich knapp 15.000 Euro.

Barbara Lutz vom deutschen Frauen-Karriere-Index sagte, dass es machbar sei, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Wachsende Firmen, Banken und Technologiefirmen wollten mehr Frauen in Chefpositionen bringen. Ein Grund sei nicht zuletzt die gesellschaftliche Überalterung. Deutschland, die Schweiz und Österreich befänden sich im internationalen Vergleich, aber im unteren Bereich. Lebensideale - Stichwort Work-Life-Balance - stünden manchmal ebenso Karrieren im Weg. Eine erfolgreiche Frauenförderung dokumentiere sich in den Unternehmensprozessen und der Kultur. Dazu gehöre etwa Transparenz in der Besetzung von Stellen. Insgesamt müsse aber in zahlreiche Prozesse eingegriffen werden, was die Sache auch erschwere. Seit Beginn der Erhebungen für den Index 2012 habe sich immerhin aber schon einiges Positives getan.

Maria Zesch aus der Chefetage von T-Mobile Austria sagte, dass die Leistung besser werde, wenn ein diversifiziertes Team arbeite. "Ich glaube fest daran, dass man durch Diversität besser wird. Leistung ist aber immer auch zu erbringen", sagte die ursprüngliche Gegnerin von Frauenquoten, die aber doch für Messungen ist, um zu wissen, wo man steht, um daraus auch Ziele zu formulieren.

Markus Tomaschitz, AVL-List-Vizepersonalchef, meinte, es sei wichtig, evidenzbasierte Entscheidungen fernab von Emotionen zu treffen. Dass die Geschlechter-Einkommenslücke gesunken sei, habe sicher mit sehr vielen Erhebungen zu tun. Er betonte auch, dass in den unteren Gehaltsebenen die Unterschiede relativ gering seien, je höher die Karriereleiter und je länger die Dienstzeit, desto höher sei aber auch die Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern. "Das macht uns eigentlich große Sorgen." Es brauche eine Abkehr von der Präsenzkultur - Zeit sollte nicht mehr gegen Geld getauscht werden. Wenn Mitarbeiter aber nicht mehr in der Firma seien, würden die Arbeitnehmervertreter aber an Macht verlieren und seien daher dagegen. Aber auch Personalverantwortliche würden oft eine "traurige Figur" abgeben. Oft werde viel zu viel dokumentiert. Zudem müsse grundsätzlich Lust auf Führungspositionen gemacht werden. Bei Personalgesprächen für einen etwaigen Aufstieg würden gerade Frauen aber allzu oft auch anmerken, sich die neue Aufgabe womöglich nicht zuzutrauen. "Ich habe noch nie einen Mann erlebt, der das sagen würde." Viele wollten gar nicht aufsteigen. Am Land herrschten zum Teil auch noch tradierte Geschlechterbilder - Stichwort Kindererziehung - vor.

Wien (APA) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP), Walter Meischberger, Peter Hochegger und andere begab sich heute die Richterin auf die Spur einer Immobilieninvestmentvereinbarung zwischen Meischberger und dem mitangeklagten Makler Ernst Karl Plech. Die mit 2006 datierte Vereinbarung wurde laut Anklage erst im Herbst 2009 erstellt und unterschrieben.
 

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Grasser-Prozess - Richterin folgt Spur der Immoinvestvereinbarung

Wien (APA) - Die Kollektivvertragsverhandlungen der Metaller sind am Dienstag in die dritte Runde gegangen. Kurz vor Beginn der Gespräche bestätigte sich, dass die Fronten weiterhin verhärtet sind und am heutigen Verhandlungstag nicht mit einer Einigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu rechnen sein dürfte. Für Freitag ist gegebenenfalls eine weitere Verhandlungsrunde angesetzt.
 

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Metaller-KV - Standpunkte in dritter Runde noch weit auseinander

Palo Alto (Kalifornien) (APA/dpa) - Der nach einer Klage wegen Marktmanipulation vereinbarte Vergleich zwischen Tesla-Chef Elon Musk und der US-Börsenaufsicht ist perfekt. Der zuständige Richter Alison Nathan stimmte dem Kompromiss am Dienstag in New York zu, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht. Dabei hatte der Starunternehmer die Aufseher jüngst noch bei Twitter verspottet.
 

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Richter stimmt Einigung zwischen Tesla-Chef und Börsenaufsicht zu