Forstbetriebe litten 2017 unter Hitze und Borkenkäferbefall

Wien (APA) - Hitze und Trockenheit im Osten, Süden und Norden von Österreich und Borkenkäfer-Befall sowie Stürme führten im Vorjahr zu beträchtlichen Schäden in der Forstwirtschaft. Die heimischen Forstbesitzer erhöhten 2017 den Holzeinschlag inklusive Schadholz im Vergleich zum Jahr davor um 5 Prozent auf 17,65 Millionen Festmeter. Die Schadstoffmenge stieg um 21 Prozent auf 6,48 Millionen Festmeter.

"Die früh einsetzende Hitzewelle im letzten Jahr und die folgende lang anhaltende Trockenheit waren ein Eldorado für den Borkenkäfer und ein großes Problem für die Wälder in den Regionen nördlich der Donau, im Burgenland und der Südsteiermark", so der Branchenverband Land&Forst Betriebe Österreich am Mittwoch in einer Aussendung mit. Die Schadholzmenge habe aufgrund einer nie da gewesenen Menge an Borkenkäferholz in Höhe von 3,3 Millionen Festmeter die 6,48 Millionen Festmeter erreicht.

Der Jahresdurchschnittspreis für Nadelsägerundholz stagnierte laut Branchenverband im Vergleich zu 2016 bei rund 89 Euro pro Festmeter. Im zweiten Halbjahr 2017 gab es einen deutlichen Preisrückgang von rund 5 Euro. Zum Vergleich: Die Durchschnittspreise lagen 2013/2014 bei rund 98 Euro. Der Jahresdurchschnittspreis für Industrieholz blieb 2017 unverändert bei rund 36 Euro je Festmeter. 2017 sei für die Forstwirtschaft ein durch Kalamitäten und Preisreduktionen geprägtes schwieriges Jahr gewesen, lautet das Fazit der Land&Forst Betriebe Österreich.

Für die Holz verarbeitende Industrie in Österreich ging es 2017 aufgrund des internationalen Konjunkturaufschwungs bergauf. Dank der guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen habe die Säge-, Papier- und Plattenindustrie ihre Produktion auf einem stabilen Niveau gehalten, so der Branchenverband. Insgesamt seien 24 Millionen Festmeter Rundholz verarbeitet worden, davon 11,9 Millionen Festmeter heimisches Holz. Der Schnittholzexport stieg um 5 Prozent auf 5,7 Millionen Festmeter.

Die Forstbetriebe rechnen nach zwei Jahren mit starkem Borkenkäferbefall auch 2018 mit stärkerem Schädlingsbefall. In den Hauptschadensgebieten nördlich der Donau und in tieferen Lagen habe der Käferflug Mitte April 2018 besonders stark begonnen.

Die Trockenheit in den vergangenen Jahren setzt dem heimischen Wald zu. "Die letzten fünf Jahre gehören zu den wärmsten Jahren der Messgeschichte. Aufgrund der lang anhaltenden Trockenperioden in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren, kann sich der Wald nicht mehr erholen", warnte der Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, Felix Montecuccoli, in einer Aussendung. Die Situation für die Forstwirtschaft werde dadurch immer schwieriger. "Die hohe Schadholzmenge und die damit einhergehende Qualitäts- und Wertminderung des Holzes haben für die Waldbesitzer massive finanzielle Einbußen zur Folge", so Montecuccoli. Die Mehraufwendungen für Käferbekämpfung, Waldhygiene, Aufforstung und waldbauliche Maßnahmen würden die Nachhaltigkeit der Forstwirtschaft in Gefahr bringen.

Für den Ökostrom-Sektor fordern die Land&Forst Betriebe Österreich eine Übergangslösung. Das anvisierte Energiegesetz 2020 werde für Ökostromanlagen, deren Verträge jetzt auslaufen, zu spät kommen. "Es braucht jetzt Übergangslösungen, ansonsten kommt es zu Stilllegungen von voll funktionsfähigen Holzkraftwerken", forderte der Verbands-Präsident. Die aufgebaute Holzversorgungslogistik sei gefährdet.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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