Forschungsinstitute raten zu Schuldenschnitt für Griechenland

Die führenden deutschen Forschungsinstitute halten im Gegensatz zur Bundesregierung einen Schuldenerlass für Griechenland für notwendig. "Die griechische Regierung wird die Schulden nicht zurückbezahlen können", sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Ferdinand Fichtner, am Donnerstag bei der Präsentation des Frühjahrsgutachtens.

Das Expertengremium sei bereits 2012 zu diesem Schluss gekommen, ergänzte Ökonom Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle. "An dieser Einschätzung der Institute hat sich bis heute nichts geändert."

Das Münchner Ifo-Institut hält sogar einen Abschied Griechenlands aus der Währungsunion für überlegenswert. Das Land sei nach wie vor "vollkommen von den Transfers der anderen Länder abhängig", erklärte Ifo-Experte Timo Wollmershäuser. Es schaffe es nicht, sich aus eigener Kraft zu finanzieren. Steige Griechenland aus der Euro-Zone aus, würde die eigene Währung abwerten und so der heimischen Wirtschaft Wettbewerbsvorteile verschaffen. Ihre Produkte würden in anderen Währungsgebieten dann billiger.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt einen Schuldenschnitt ab. "Er ist innerhalb des Euro-Raumes auch rechtlich nicht möglich", sagte sie kürzlich. Griechenland müsse seine zugesagten Reformen umsetzen.

Paris (APA/Reuters) - Der französische Medienkonzern Vivendi taxiert den Wert seiner Tochterfirma Universal Music Group (UMG) auf mehr als 40 Milliarden Dollar (rund 34 Milliarden Euro). Er habe gerade in dieser Woche eine entsprechende Schätzung gesehen, sagte Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine am Freitag auf einer Branchenkonferenz in Barcelona. Er gehe aber davon aus, dass der Wert noch darüber liege.
 

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Vivendi-Chef schätzt Wert der Musiksparte auf über 40 Mrd. Dollar

München (APA/dpa) - Es ist Tag eins nach der Hiobsbotschaft. Die Siemens-Mitarbeiter in Leipzig und Görlitz wissen seit weniger als 24 Stunden, dass ihre Werke mit zusammen 920 Arbeitsplätzen geschlossen werden sollen. Und in Erfurt steht das Generatorenwerk auf der Kippe. Doch statt resignierter Katerstimmung herrscht vor allem Wut.
 

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Unverständnis und Wut: Siemens-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

London/Göteborg (APA/dpa/AFP/Reuters) - Großbritannien und die Europäische Union geben die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen noch nicht auf. Doch müsse London spätestens bis Anfang Dezember Zugeständnisse machen, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag in Göteborg. Nur dann könne Mitte Dezember die zweite Verhandlungsphase eingeläutet werden.
 

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Warten auf Bewegung beim Brexit - EU präzisierte Frist für London