Foodwatch: EU-Freihandelsabkommen schlecht für Umwelt und Verbraucher

Brüssel (APA/AFP) - Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat die geplanten EU-Freihandelsabkommen mit Japan, Vietnam, Indonesien, Mexiko und dem südamerikanischen Wirtschaftsblock Mercosur scharf kritisiert. Mit diesen Abkommen würden Verbraucherschutz, Umweltstandards und demokratische Prinzipien dem freien Handel "geopfert", sagte Foodwatch-Chef Thilo Bode bei der Vorstellung einer Studie am Mittwoch in Brüssel.

Kritisch sieht Foodwatch vor allem, dass keines der Abkommen das europäische Vorsorgeprinzip absichere, wonach ein Produkt schon bei ausreichendem Verdacht verboten werden kann. So könnten etwa landwirtschaftliche Produkte aus Japan, die häufig mit höheren Pestizidrückständen belastet sind als in der EU vorgeschrieben, einfacher auf den europäischen Markt gelangen, fürchten die Verbraucherschützer.

Umweltbedenken äußert die vorgestellte Studie etwa beim nahezu fertig ausgehandelten Abkommen mit Mercosur, zu dem auch Brasilien gehört. Es würde den europäischen Markt weiter für südamerikanische Agrarprodukte öffnen. Das hätte laut Foodwatch "fatale Folgen für die Umwelt", da in Brasilien ein Großteil der Nutztierhaltung auf gerodeten Regenwaldflächen stattfinde.

Die Ablehnung der neuen Abkommen deckt sich mit der grundsätzlichen Kritik an dem auf Eis liegenden Handelsabkommen mit den USA (TTIP) und an dem vorläufig in Kraft getretenen Abkommen mit Kanada (CETA). Viele Punkte, die bereits bei TTIP und CETA für Kritik gesorgt hätten, seien "nahezu 1:1 auch in den neuen Verträgen enthalten", erklärte Foodwatch.

Angesichts des protektionistischen Kurses von US-Präsident Donald Trump treibt die EU ihre Verhandlungen über Handelsabkommen mit anderen Ländern und Regionen verstärkt voran. Im Dezember verkündete Brüssel den Abschluss mit Japan. Mit Mexiko laufen Gespräche über die Modernisierung eines bestehenden Abkommens. Die Verhandlungen mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay befinden sich in der Endphase.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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