Flugzeugwartungsfirma "Jatec" insolvent: Sanierungsverfahren eröffnet

Über das Vermögen der Jatec Aviation Service GmbH (Jatec) mit Sitz am Flughafen Wien in Schwechat ist am Donnerstag beim Landesgericht Korneuburg ein Sanierungsverfahren eröffnet worden. Nach AKV-Angaben sind 42 Dienstnehmer und 188 Gläubiger betroffen. Den Aktiva von 809.000 Euro stehen Passiva in Höhe von rund 4,8 Mio. Euro gegenüber. Die Flugzeugwartungsfirma soll fortgeführt werden.

Als Insolvenzursachen wurden Auftragseinbrüche aufgrund der Sanktionen im Konflikt zwischen der Ukraine und Russland sowie ein erstinstanzliches Urteil aus dem Zivilrechtsstreit mit dem Flughafen genannt. Laut AKV wird den Gläubigern eine Quote von 30 Prozent zahlbar binnen zwei Jahren angeboten. Die Geschäftsfelder liegen in der Reparatur und Wartung von Business-Jets. Jatec war Teil der Jetalliance-Gruppe und ist nach deren Konkurs als Management Buy-out übernommen worden. Die erste Gläubigerversammlung findet am 22. April, die Prüfungs- und Sanierungsplantagsatzung am 10. Juni statt.

"Ein Großteil unserer Kunden, die ihre Business-Jets von uns warten lassen, stammen aus dem betroffenen Gebiet", erläuterte Wolfgang Glanzner, kaufmännischer Jatec-Geschäftsführer, die näheren Umstände im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt und den dadurch entstandenen Rückgängen bei den Aufträgen. Jatec sei aber insgesamt gesehen "sehr gut" aufgestellt, da das Unternehmen sowohl über die europäische als auch amerikanische und kanadische Bewilligung zur Wartung von Business-Jets verfüge. Dies macht die Firma laut dem Geschäftsführer "interessant" für Investoren, auf deren Suche man aktuell sei.

"Wir sind in konkreten Gesprächen", verriet Glanzner. Der Plan sei, dass sich einige Investoren beteiligen. Ein Mitarbeiterabbau ist laut dem Geschäftsführer nicht vorgesehen.

Ein erstinstanzliches Urteil sei vergangene Woche zum Nachteil des Unternehmens ausgegangen. In dem knapp zweijährigen Rechtsstreit ging es u.a. um Mietrückstände seitens der Jatec, diese wiederum warf dem Flughafen die jahrelange Verrechnung von zu hohen Betriebskosten vor. Durch das - noch nicht rechtskräftige - Urteil sei nun eine Zahlungspflicht gegenüber Jatec entstanden, weswegen man den Antrag auf ein Sanierungsverfahren stellen musste, erläuterte Glanzner. "Wir behalten uns weitere rechtliche Schritte vor", meinte er. Eine Einigung mit dem Flughafen werde jedoch angestrebt. Seitens des Airport bestätigte man das Urteil: "Wir warten auf entsprechende Vorschläge der Jatec zur Umsetzung", hieß es.

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Grasser-Prozess - Protokolle: Vom "Zahlenhecht" zum "Zahlenknecht"