Flüchtlinge - Nahles fordert Betriebspraktika für junge Flüchtlinge

Berlin - Die deutsche Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat die Unternehmen in Deutschland aufgerufen, jungen Flüchtlingen Betriebspraktika anzubieten. "Die Firmen sollten hunderttausenden jungen Leuten für sechs bis zwölf Monate eine Chance geben, in unsere Betriebe über Einstiegsplätze und Praktika hineinzuschnuppern", sagte Nahles der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagsausgabe).

Für derartige Einstiegsqualifizierungen müssten die Unternehmen auch keinen Mindestlohn zahlen.

Das Instrument der Betriebspraktika gebe es bereits für schwächere Schüler, "die noch nicht reif für eine Ausbildung sind", sagte Nahles. Davon könnten auch anerkannte Asylbewerber profitieren. Die praktischen Erfahrungen in einem Betrieb könnten gleich mit dem Erlernen der Sprache kombiniert werden. "Jeder weiß doch, dass man eine Sprache schneller lernt, wenn man weiß, wofür man sie braucht."

Sie rechne damit, dass die Mehrheit der Flüchtlinge nicht sofort Arbeit finden wird und damit Anspruch auf Arbeitslosengeld II hat, wenn der Asylantrag anerkannt wurde. Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger könne deshalb bis 2019 um eine Million anwachsen. "Wenn wir es richtig angehen und gleich am Anfang in die Leute investieren, dann wird Arbeitslosengeld II nur eine Zwischenstation sein", sagte die Ministerin der "Süddeutschen Zeitung".

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) warnte unterdessen davor, den Zuzug von jungen, gut ausgebildeten Arbeitskräften aus den Balkanländern ausschließlich positiv zu bewerten. Der "Mainzer Allgemeinen Zeitung" (Freitagsausgabe) sagte Schulz, die EU zahle "an Staaten wie Kosovo, Serbien, Mazedonien oder Bosnien Milliardensummen, um die Infrastruktur aufzubauen". Wenn aber die besten jungen Leute die Länder verließen, um in Deutschland zu arbeiten, "hinterlässt das dort eine Lücke, die schwer zu füllen ist". Das könne nicht das Interesse der EU oder Deutschlands sein. "Unser Ziel muss es sein zu helfen, dass die Menschen in den Ländern des Balkan eine Perspektive haben", sagte der SPD-Politiker.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht