Flüchtlinge - AMS-Chef vorsichtig optimistisch, aber Herkulesaufgabe

AMS-Chef Johannes Kopf ist für die Integration von anerkannten Flüchtlingen in den heimischen Arbeitsmarkt "vorsichtig optimistisch". Es sei aber eine "Herkulesaufgabe", sagte er bei der Präsentation des Flüchtlings-"Kompetenzchecks" am Dienstag. Bei Asylberechtigen aus Syrien, Irak und Iran gebe es "optimistisch stimmende Ergebnisse", bei Personen aus Afghanistan aber "bedrückende Ergebnisse".

"Noch sind die Flüchtlinge nicht am Arbeitsmarkt angekommen", erinnerte der Vorstand des Arbeitsmarktservice. Bei vielen Flüchtlingen läuft derzeit noch das Asylverfahren in Österreich und sie dürfen nur in Ausnahmefällen arbeiten. Für Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) ist es "eine große Herausforderung", die Asylberechtigten am angespannten Arbeitsmarkt unterzubringen. Arbeit sei der "beste Schlüssel für eine gelungene Integration" und wichtig, um "Sozialkosten zu minimieren", betonte Hundstorfer. Beim generellen Zugang von Asylwerbern auf den Arbeitsmarkt sei er "weiterhin auf der Bremse".

Das Pilotprojekt "Kompetenzcheck" des Arbeitsmarkservice Wien bei 898 anerkannten Flüchtlingen war keine repräsentative Ausbildungserhebung von allen anerkannten Flüchtlingen, soll aber "eine Tendenz zeigen". Ziel ist es, die beruflichen Fähigkeiten besser zu erfassen und dadurch die Integration von Asylberechtigten in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Das Projekt wurde von Ende August bis Mitte Dezember durchgeführt und dauerte pro Person rund 5 Wochen.

61 Prozent der anerkannten Flüchtlinge, die am Kompetenzcheck teilgenommen haben, verfügen über eine Berufsausbildung, Matura oder Studium. Die 447 Frauen waren deutlich besser qualifiziert als die 451 Männer. 21 Prozent der Teilnehmer stammten aus Syrien, 11 Prozent aus dem Iran, 4 Prozent aus dem Irak, 26 Prozent aus Afghanistan und 38 Prozent waren sonstige Nationalitäten. Der Kompetenzcheck soll nun auf andere Bundesländer ausgeweitet werden.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) und Hundstorfer rechnen heuer mit rund 30.000 weiteren Asylberechtigten, die auf den österreichischen Arbeitsmarkt drängen. Im Schnitt waren 2015 rund 17.300 Asylberechtigte auf Jobsuche.

Brüssel (APA) - Österreichs Schulden sind im zweiten Quartal des Jahres auf 76,5 Prozent des BIP gesunken. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es noch 81,0 Prozent. In der Eurozone ging der Schuldenstand im Jahresabstand von 89,2 auf 86,3 Prozent zurück. In der EU verringerte er sich von 83,4 auf 81,0 Prozent, geht aus jüngsten Daten von Eurostat vom Dienstag hervor.
 

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Österreichs Schulden auf 76,5 Prozent des BIP gesunken

Wien (APA) - In Österreich ist seit Ende 2016 die Nachfrage nach Unternehmenskrediten aufgrund der guten Konjunktur stark gestiegen. Dieser Trend habe sich zuletzt jedoch abgeschwächt und könnte bis Ende des Jahres ein Plateau erreichen. Die Entwicklung im Privatkundengeschäft verlaufe vergleichsweise moderater, schreibt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in einer Aussendung am Dienstag.
 

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OeNB: Nachfrage nach Unternehmenskrediten erreicht neue Höhen

Brüssel (APA) - Österreich konnte im zweiten Quartal des Jahres einen Budgetüberschuss von 1,2 Prozent des BIP einfahren. Im Vergleichszeitraum 2017 hatte es noch ein Defizit von 1,9 Prozent gegeben. Die Eurozone konnte ihr Minus im Jahresabstand von 1,4 auf 0,1 Prozent verringern. Die EU verbesserte sich von -1,5 auf -0,3 Prozent.
 

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Österreich mit 1,2 Prozent Budgetüberschuss im zweiten Quartal 2018