Fitschen: EZB-Politik zwingt manche Banken zu Preiserhöhung

Berlin - Die Niedrigzinspolitik der Europäische Zentralbank (EZB) ist nach Worten von Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen mitverantwortlich für Preiserhöhungen deutscher Institute. "Wir versuchen auf allen Kanälen die Produktivität zu erhöhen und die Kosten zu senken", sagte der scheidende Präsident des Bankenverbandes BdB am Montag in Berlin.

Dies sei aber nicht ausreichend. Deshalb hätten einige Banken begonnen, Dienstleistungen anders als bisher zu berechnen. Der Anteil der Provisionen im Verhältnis zum Zinsgeschäft werde steigen müssen. "Es gibt keine andere Antwort", sagte Fitschen auf der Pressekonferenz zur Amtsübergabe des BdB-Chefpostens an Hans-Walter Peters.

Zudem müsse bei unveränderter Geldpolitik das Verständnis der Kunden wachsen, "dass Banken ihr Preisverhalten verändern". Bestimmte Dienstleistungen seien dann wohl nicht mehr umsonst, sagte Fitschen. Es sei nachvollziehbar, dass die EZB mit ihrer lockeren Geldpolitik das Wachstum in der Eurozone ankurbeln wolle. "Über die Effizienz kann man trefflich streiten", fügte er hinzu. Allerdings dürfe man die Geldpolitik nicht nur aus deutscher Sicht beurteilen. Denn die EZB orientiere sich an allen Euroländern. Deshalb sei es ganz natürlich, dass es zu dem Thema sehr unterschiedliche Meinungen gebe.

Fitschens BdB-Nachfolger Peters sagte, für deutsche Banken seien die niedrigen Zinsen allerdings "nur schwer auszuhalten", da 70 Prozent der Erträge aus dem Zinsgeschäft kämen. In der Vergangenheit habe die EZB mit ihren Entscheidungen zur Beruhigung der Märkte gesorgt.

Die EZB hat ihre Geldpolitik zuletzt deutlich gelockert und ihr umstrittenes Anleihenkaufprogramm ausgeweitet. Der Leitzins beträgt null Prozent und Banken müssen einen höheren Strafzins für Geld zahlen, das sie über Nacht bei der EZB parken.

Wiesbaden (APA/dpa) - In Deutschland ist unter den Bundesländern ein Streit um die Strafzahlung des VW-Konzerns in Höhe von einer Milliarde Euro wegen des Abgasskandals entbrannt. Das Land Hessen hat nun die Aufteilung des Milliardenbußgeldes unter den Ländern gefordert. Gezahlt hat Volkswagen die Milliarde an das Land Niedersachsen, das maßgeblich am Konzern beteiligt ist.
 

Newsticker

Deutsche Bundesländer streiten um VW-Milliarde

Athen (APA/Reuters) - Die Finanzminister der Euro-Länder wollen die Auszahlung von Milliardenmitteln an Griechenland nach dem Auslaufen des dritten Rettungsprogramms im August an Reformauflagen knüpfen. Insgesamt 4,8 Mrd. Euro bis 2022 sollten nur dann gezahlt werden, wenn die Athener Regierung sich an die Bedingungen eines sogenannten Überwachungsprogramms halte, heißt es in einem Dokument der Eurogruppe.
 

Newsticker

Euro-Länder planen reformabhängige Zahlungen an Griechenland

Berlin/Menlo Park (APA/Reuters) - Facebook will Falschmeldungen auf seiner Plattform weiter erschweren. Die Zusammenarbeit mit unabhängigen Faktenprüfern werde bis Jahresende von derzeit 14 auf weitere Länder ausgedehnt, kündigte das weltgrößte soziale Netzwerk am Donnerstag an. Zudem fänden in nunmehr vier Ländern Tests zur Überprüfung von Fotos und Videos statt.
 

Newsticker

Facebook will schärfer gegen Falschmeldungen vorgehen