Fitness-Spezialist Fitbit zum Börsenstart mehr als 4 Mrd. Dollar wert

Der Fitness-Spezialist Fitbit startet an der Börse mit einem Wert von gut 4 Mrd. Dollar (3,6 Mrd. Euro). Die Firma aus San Francisco wurde ihre Aktien beim Börsengang zum Ausgabepreis von 20 Dollar los. Das lag über der bereits angehobenen Spanne von 17 bis 19 Dollar. Der Handelsstart an der New Yorker Börse ist für Donnerstag geplant.

Fitbit ist vor allem für seine Fitness-Armbänder bekannt, die Schritte und verbrauchte Kalorien zählen. Das Unternehmen selbst nahm durch den Aktienverkauf knapp 448 Mio. Dollar ein - fast 100 Mio. mehr als zunächst geplant. Das Geld soll für Forschung und Entwicklung sowie mögliche Zukäufe verwendet werden. Altaktionäre, zu denen vor allem Finanzfirmen gehören, die Fitbit früh unterstützt hatten, erlösten gut 240 Mio. Dollar. Zusammen mit Aktien für die organisierenden Banken könnte der Börsengang mehr als 800 Mio. Dollar schwer werden. Insgesamt ist Fitbit zum Ausgabepreis 4,1 Mrd. Dollar wert.

Der Börsenprospekt enthüllte, dass Fitbit im Gegensatz zu vielen anderen Startups klar profitabel arbeitet. Im ersten Quartal dieses Jahres wurde der Umsatz mit fast 337 Mio. Dollar mehr als verdreifacht. Der Gewinn erreichte knapp 48 Mio. Dollar nach nur 9 Mio. im Vorjahresquartal. Schon im vergangenen Jahr verdiente Fitbit 131,8 Mio. Dollar. Seit dem Start 2007 brachte die Firma rund 20 Mio. Fitness-Tracker an die Kunden.

Zuletzt baute Fitbit die Produktpalette mit einem Band mit Herzfrequenz-Sensor sowie einer Sport-Uhr aus. Allerdings wuchs auch die Konkurrenz mit dem Start der Computeruhr Apple Watch, die ebenfalls stark auf Fitness-Funktionen ausgerichtet ist. Zudem greift der chinesische Smartphone-Aufsteiger Xiaomi in dem Markt mit einem Fitness-Band für nur 15 Dollar an. Das ist vier Mal billiger als der günstigste Fitness-Tracker von Fitbit.

Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma IDC eroberte Xiaomi damit binnen weniger Monate ein Viertel des weltweiten Geschäfts mit solchen tragbaren Geräten. Fitbit führte im ersten Quartal den IDC-Zahlen zufolge mit einem Marktanteil von gut 34 Prozent. Die im April gestartete Apple Watch dürfte die Gewichte etwas verschieben - der Konzern nennt bisher allerdings keine Absatzzahlen.

Fitbit wurde im Zuge des Börsengangs mit zwei Klagen des Rivalen Jawbone konfrontiert. In einer wirft die Jawbone-Mutter AliphCom Fitbit die Verletzung von drei Patenten vor. Sie ließ unter anderem ein Verfahren für eine App schützen, die auf Informationen von einem Daten-Armband zugreift. Jawbone will ein Verkaufsverbot für Fitbit-Geräte sowie Schadenersatz. In der zweiten Klage heißt es, Fitbit habe Mitarbeiter bei Jawbone abgeworben, um an Geschäftsgeheimnisse zu kommen. Fitbit wies in beiden Fällen die Vorwürfe zurück. Das Interesse der Investoren beim Börsengang scheinen die Klagen nicht beeinträchtigt zu haben.

Wien/Lissabon (APA) - Noch heuer könnte es auf EU-Ebene eine Grundlage für die Besteuerung digitaler Betriebsstätten - und damit international tätiger Konzerne wie Amazon ohne Sitz in allen Ländern - geben, ist Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) nach seinem Gespräch mit Eurogruppen-Vorsitzenden Mario Centeno zuversichtlich. In dieser Frage sei man auf einer Linie. Die EU-Kommission arbeite an einer Definition.
 

Newsticker

Löger hofft noch heuer auf EU-Bestimmung zu digitaler Betriebsstätte

Cupertino (Kalifornien) (APA/dpa) - Im französischen Rechtsstreit um Demonstrationen in Läden des US-Technologiekonzerns Apple haben sich Globalisierungsgegner des Netzwerkes Attac nach eigener Einschätzung durchgesetzt. Ein Gericht in Paris wies am Freitag das Ansinnen des US-Konzerns ab, Attac-Mitgliedern unter einer Strafandrohung von 150.000 Euro Aktionen in den französischen Geschäften zu verbieten.
 

Newsticker

Kein Hausverbot für Globalisierungsgegner in Apple-Läden

Moskau (APA/dpa) - Der russische Milliardär Oleg Deripaska (50) gibt die Führung beim Aluminiumhersteller Rusal und dessen Mutter En+ ab. Hintergrund ist ein Machtkampf um den wichtigen Konzern Norilsk Nickel. Rusal kündigte am Freitag bei der Vorlage des Jahresberichts 2017 an, das Unternehmen wolle mit der Holding Interros des Oligarchen Wladimir Potanin um die Kontrolle über den Nickelproduzenten streiten.
 

Newsticker

Oligarch Deripaska gibt Führung beim Aluminiumriesen Rusal ab