Finanzwelt fiebert Alibabas Rekord-Börsengang entgegen

(APA/Reuters) - Am New Yorker Aktienmarkt wächst die Aufregung vor dem womöglich größten Börsengang aller Zeiten. Bereits im Vorfeld des Handelsdebüts am Freitag hatten sich Investoren um die Aktien des chinesischen Onlinehändlers Alibaba gerissen.

Nach einer zweiwöchigen Werbetour des Managements um Firmenmitgründer und Konzernchef Jack Ma fieberte die internationale Finanzwelt am Donnerstag der Veröffentlichung des Ausgabepreises entgegen, die nach US-Börsenschluss erwartet wurde. Durch die Erstemission (IPO) könnten umgerechnet mehr als 17 Mio. Euro eingesammelt werden.

Für die Anleger bedeutet der Kauf der Anteilsscheine eine Wette auf den weiteren Siegeszug der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Alibaba steht für vier Fünftel des rasant wachsenden Internethandels in China. 15 Jahre nach der Gründung in Mas Einzimmerwohnung wickelt das Unternehmen mittlerweile mehr Geschäfte ab als die beiden US-Rivalen Amazon und Ebay zusammen. Inzwischen tummelt sich Alibaba auch in Bereichen wie dem elektronischen Zahlungsverkehr und Finanzinvestitionen. Die komplexe Konzernstruktur sowie Mas Beteiligungen außerhalb des Unternehmens werfen allerdings auch Fragen auf: Wo liegen mögliche Interessenskonflikte? Und wie stark ist der Einfluss der Anleger auf die Strategie von Alibaba?

Wegen der starken Nachfrage hatte der Konzern die Angebotsspanne für seine Aktien zuletzt auf 66 bis 68 Dollar (50,94 bis 52,49 Euro) erhöht. Analyst Neil Doshi von CRT Capital ist allerdings der Auffassung, dass Alibaba damit noch nicht ausreichend bewertet ist. Das langfristige Wachstumspotenzial Alibabas sei deutlich höher, konstatierte Doshi in einer Studie für seine Kunden und empfahl diesen die Aktie zum Kauf.

Bei einem Ausgabepreis am oberen Ende der Preisspanne hätte die Emission ein Volumen von fast 22 Mrd. Dollar. Sollten im Zuge einer Mehrzuteilungsoption weitere Papiere auf den Markt kommen, würde Alibaba den Rekord-Börsengang der Agricultural Bank of China übertreffen, der sich 2010 auf 22,1 Mrd. Dollar summierte.

Mit dem frischen Geld will Alibaba seine Expansion finanzieren. Der Zeitung "Economic Times" zufolge plant der Konzern eine Beteiligung am indischen Konkurrenten Snapdeal, an dem allerdings auch der Rivale Rakuten sowie das Telekomunternehmens SoftBank aus Japan interessiert seien. Das Hauptaugenmerk Alibabas dürfte aber dem Wachstum in den USA und Europa gelten. In den Vereinigten Staaten ist Alibaba noch kaum bekannt. 88 Prozent der Amerikaner haben noch nie etwas von dem Unternehmen gehört, wie eine Umfrage der Marktforschungsfirma Ipsos ergab.

Brüssel (APA/Reuters) - Der Defizitstreit zwischen der EU-Kommission und der italienischen Regierung verschärft sich. Die Brüsseler Behörde wird den Budgetentwurf aus Rom für das kommende Jahr ablehnen, wie der "Spiegel" am Mittwoch unter Berufung auf den deutschen EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) berichtete.
 

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EU-Kommission weist Italiens Haushaltsentwurf zurück

Washington/Peking (APA/dpa) - US-Präsident Donald Trump hat ein neues Mittel gefunden, um China im Handelsstreit unter Druck zu setzen. Auf Anraten seines Wirtschaftsberaters Peter Navarro wolle Trump ein 144 Jahre altes Postabkommen aufkündigen, schrieb die "New York Times" am Dienstag unter Berufung auf hochrangige Regierungskreise.
 

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Trump könnte 144 Jahre altes Postabkommen mit China beenden

Wien (APA) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Ex-FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger, dessen früheren Anwalt Gerald Toifl und andere ging es heute am 57. Prozesstag einmal mehr darum, wem welche Konten gehörten. Kein leichtes Unterfangen, wie schon Meischberger beim Auffliegen des "Buwog-Skandals" anmerkte.
 

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Grasser-Prozess - "Wird alles etwas schwierig zu erklären"