Finanzinvestoren wittern Morgenluft in China

Das Aus für Börsengänge in China weckt bei Finanzinvestoren Hoffnungen auf gute Geschäfte. Weil wegen des Kurssturzes in China der Weg an die Börsen für Unternehmen versperrt wurde, bieten sich Staatsfonds, Beteiligungsgesellschaften und Hedgefonds als Geldgeber an - und je länger die Börsengänge auf Eis liegen, desto größer sind ihre Chancen.

"Wir haben es jetzt mit einem illiquiden Markt zu tun. Keine Möglichkeit für ein Listung und nur sehr wenig Raum, um Kapital aufzunehmen", sagt Tim Dattels von der Beteiligungsgesellschaft TPG Capital. Daher kämen vermehrt Investoren als Kapitalgeber ins Spiel.

In den vergangenen Monaten war der Weg an die Börse gerade für kleinere und mittelgroße chinesische Unternehmen die billigste Möglichkeit, an Geld zu kommen. Allein bis Mitte Juni hatten sich die Kurse an den Aktienmärkten in Shanghai oder Shenzhen verdoppelt, und die Nachfrage nach neuen Papieren war groß. Dann drehte sich jedoch die Stimmung, die Aktien brachen auf breiter Front ein. Binnen weniger Wochen wurden durch den Kurssturz mehr als drei Billionen Dollar an Marktwert vernichtet. Um den Aktienmarkt zu stabilisieren, stoppten die chinesischen Aufsichtsbehörden unter anderem Börsengänge. Auf diese Weise wollen sie Kursverluste eindämmen - bringt nämlich ein Unternehmen neue Aktien auf den Markt, werden häufig die Papiere anderer Firmen verkauft, was die Abwärtsspirale verschärfen könnte.

Die 28 Firmen, die zuletzt an ihrem Börsengang gearbeitet hatten, müssen nun ihren Finanzbedarf anderweitig decken. Auf Bankkredite, in den meisten anderen Ländern üblich, können sie sich dabei kaum verlassen - die großen Institute vergeben ihre Darlehen lieber an Staatsfirmen, die als weniger riskant angesehen werden als Unternehmen in privater Hand. "Sollte der Weg an die Börse länger versperrt bleiben, kommt langfristig orientierten Investoren wie Staatsfonds eine konstruktive Rolle zu", sagte Mayooran Elalingam, bei der Deutschen Bank zuständig für das M&A-Geschäft in Asien.

Für sie geht es um viel Geld: Die Beratungsgesellschaft Ernst & Young hatte das gesamte Volumen von Börsengängen in China 2015 auf umgerechnet 40 Milliarden Dollar geschätzt. In der ersten Jahreshälfte nahmen die Börsenneulinge 23 Milliarden Dollar ein, das heißt, es verbleibt ein Kapitalbedarf von etwa 17 Milliarden Dollar bis Jahresende. Weil der Weg an die Börse auch für verkaufswillige Investoren versperrt sei, dürfte es zudem zu mehr Fusionen kommen. "All das sind gute Nachrichten für das Geschäft in China", sagte Deutsche-Bank-Experte Elalingam.

London (APA/Reuters) - Sechs Monate vor dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens ist die erwartete massenhafte Verlagerung von Jobs in der Finanzbranche bisher ausgeblieben. Lediglich 630 Arbeitsplätze seien in andere Länder verschoben worden, geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Reuters-Umfrage hervor.
 

Newsticker

Brexit - Britische Finanzbranche verlagerte bisher nur 630 Jobs

Wiesbaden (APA/dpa/Reuters) - Die gute Konjunktur hat die Schulden der öffentlichen Haushalte in Deutschland im ersten Halbjahr 2018 um 46,5 Milliarden Euro sinken lassen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte waren Ende Juni mit rund 1,93 Billionen Euro verschuldet, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch auf der Basis vorläufiger Erhebungen mitteilte.
 

Newsticker

Deutschlands Schuldenberg verringerte sich um über 46 Milliarden Euro

Mailand (APA) - Die Bank Austria-Mutter UniCredit reagiert mit einem "No comment" auf Mediengerüchte über eine angeblich 2019 geplante große Fusion mit einem englischen oder niederländischen Geldhaus. Die Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" spekulierte am Mittwoch über Akquisitionspläne des UniCredit-Vorstandschefs Jean-Pierre Mustier im kommenden Jahr.
 

Newsticker

UniCredit: No Comment zu Gerüchten über Fusionspläne 2019