FIFA-Skandal: Platini: Bin "geeignetster Kandidat"

Zürich - Der derzeit gesperrte UEFA-Chef Michel Platini will im Kampf um die FIFA-Präsidentschaft nicht aufgeben und hat die schweren Anschuldigungen gegen sich erneut zurückgewiesen. Er bezeichnete die Korruptionsvorwürfe in einem am Donnerstag in mehreren Zeitungen veröffentlichten Interview als haltlos.

"Nichts, was mir vorgeworfen wird, beruht auf irgendeiner greifbaren und berechtigten Tatsache", sagte Platini, der sich bei der Wahl des Nachfolgers von Joseph Blatter am 26. Februar 2016 als Topkandidat sieht. "In aller Bescheidenheit, ich bin der geeignetste Kandidat, um den Weltfußball zu führen."

Wegen einer von Blatter erhaltenen dubiosen Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken ist UEFA-Chef Platini derzeit für 90 Tage von der FIFA-Ethikkommission gesperrt. Dabei handelt es sich nach Einschätzung der Rechnungsprüfern des Fußball-Weltverbandes (FIFA) um einen Verstoß. Platini bestreitet Unregelmäßigkeiten aber weiterhin. "Diese zwei Millionen sind der Gegenwert für vier Jahre Arbeit als Berater des Präsidenten. Die FIFA schuldete mir diesen Lohn", sagte er den Schweizer Blättern "TagesAnzeiger" und "Le Matin" sowie dem britischen "Daily Telegraph". "In meinem Fall besteht offensichtlich ein Missverhältnis zwischen den mir zur Last gelegten Fakten und der Härte der provisorischen Suspendierung, die mich getroffen hat."

Platini kündigte an, "durch alle sportlichen und zivilen Gerichtsinstanzen gehen, um mich zu verteidigen". Er fühle sich ungerecht behandelt, auch wenn es schlimmere Schicksale gebe. "Ich bin weder im Gefängnis noch in Sibirien. Ich warte, wie sich die Dinge entwickeln."

Trotz seiner Suspendierung sieht sich Platini weiter chancenreich bei der Wahl des neuen FIFA-Präsidenten. Er ist einer von sieben Kandidaten für die Nachfolge des zurzeit ebenfalls für alle Tätigkeiten im Fußball gesperrten Blatter. Die Suspendierung hindere ihn allerdings daran, "einen Wahlkampf zu führen und mit gleichen Mitteln zu kämpfen wie die anderen Kandidaten", meinte er in dem Interview. "Heute habe ich den Eindruck, ein Ritter aus dem Mittelalter zu sein und vor einer Festung zu stehen. Ich versuche, in sie hineinzukommen, um den Fußball hineinzubringen, stattdessen schüttet man mir aber kochendes Öl auf den Kopf."

Dass die europäische Fußball-Union UEFA in Gianni Infantino auch ihren Generalsekretär - Platinis langjährige rechte Hand - auf die Kandidatenliste für den nächsten FIFA-Präsidenten gesetzt hat, stört Platini nach eigener Aussage nicht. "Die UEFA muss alternative Lösungen in Form eines Plan B präsentieren. Ich kenne die Qualitäten von Gianni", sagte Platini. "Am Tag, an dem ich reingewaschen werde, wird alles wieder in Ordnung kommen. Das Exekutivkomitee, Gianni und ich, wir werden uns zusammensetzen, um die Situation neu zu besprechen. Und wir werden die beste Lösung für den Fußball wählen."

Frankfurt/Derby (APA/Reuters) - Die Pläne zum Verkauf der verlustreichen zivilen Schiffbau-Sparte ermuntern Anleger zum Einstieg bei Rolls-Royce. Die Aktien des britischen Flugzeugtriebwerk-Bauers stiegen am Mittwoch um bis zu 8,5 Prozent auf 926,4 Pence (7,6 Euro). Das ist der größte Kurssprung seit einem halben Jahr.
 

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Möglicher Verkauf von Geschäftsteilen beflügelt Rolls-Royce

Budapest (APA/dpa) - Ungarns rechtsnationale Regierung plant eine neue Strafsteuer für Zivilorganisationen, die Flüchtlingen helfen und ihre Kosten überwiegend durch Unterstützung aus dem Ausland decken. Dies gab der ungarische Innenminister Sandor Pinter am Mittwoch nach einer Regierungssitzung bekannt. Die Steuer werde 25 Prozent betragen.
 

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Ungarns Regierung plant Strafsteuer für Flüchtlingshelfer

New York/Charlotte (North Carolina) (APA/dpa) - Die von US-Präsident Donald Trump vorangetriebene Steuerreform macht den großen Banken des Landes weiter zu schaffen. Im Falle des Wall-Street-Hauses Goldman Sachs waren die Belastungen im Schlussquartal derart hoch, dass ein milliardenschwerer Verlust anfiel. Bei der Bank of America halbierte sich der Quartalsgewinn.
 

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US-Steuerreform zieht Goldman Sachs und Bank of America herunter