FFG als verkannter Förderer der Hochschulen: 81 Mio. Euro für Unis

Wien - Die Forschungsförderungsgesellschaft FFG ist entgegen der allgemeinen Einschätzung "schon lange nicht mehr nur Förderer der Wirtschaft". Die FFG-Geschäftsführung betonte am Donnerstag vor Journalisten in Wien eine "massive Verschiebung in unserem Portfolio zugunsten der Hochschulen" und vermisste "die Anerkennung dafür". Bei Auszahlungen und Förderzusagen wurden 2014 Rekordwerte erreicht.

Die Summe an ausbezahlten Förderungen stieg 2014 um fünf Prozent auf 460 Mio. Euro, laut FFG-Geschäftsführer Klaus Pseiner ein "All-Time-High". 3.284 Projekte wurden im Vorjahr neu bewilligt (plus 9 Prozent). Aufgrund hoher Mittelbindungen in den Vorjahren, speziell 2013, konnten vertragliche Zusagen an Fördernehmer in Höhe von 620 Mio. Euro (2013: 489 Mio. Euro) getätigt werden, die in den nächsten Jahren zur Auszahlung kommen. Der Betrag ist deshalb so hoch, weil im Vorjahr 104 Mio. Euro für neue Kompetenzzentren im COMET-Programm zugesprochen wurden.

Im Gegensatz zu den hohen Mittelbindungen der Vorjahre lag dieser Betrag 2014 bei "nicht berauschenden" (Pseiner) 492 Mio. Euro (2013: 587 Mio. Euro), was man in der FFG als "Schattenseite der Bilanz" wertet. Man könne damit die Förderformate halten, aber große zusätzliche Dynamik sei nicht möglich. Zudem verwiesen die FFG-Chefs auf die hohen Ablehnungsquoten, die je nach Programm zwischen 64 und 74 Prozent liegen würden. "Wir haben mehr Nachfrage als Angebot", so Co-Geschäftsführerin Henrietta Egerth.

Deshalb macht man sich in der FFG Hoffnung auf "Angebote der Bundesregierung, zusätzlich in den Bereich zu investieren". Konkret angesprochen wurde von Egerth in diesem Zusammenhang der geplante, aus dem 55-Prozent-Steuersatz für Einkommensanteile über einer Mio. Euro gespeiste "Österreich-Fonds", der Forschungs und Bildungsmaßnahmen zugute kommen soll. Für das laufende Jahr erwarten die FFG-Geschäftsführer "in etwa das Bild von 2014".

60 Prozent (368 Mio. Euro) der Förderzusagen gingen an Unternehmen, 13 Prozent (81 Mio. Euro) an Hochschulen, zehn Prozent (59 Mio. Euro) an Forschungseinrichtungen und 17 Prozent (104 Mio. Euro) an Kompetenzzentren. Noch vor einigen Jahren seien 80 Prozent in den Unternehmenssektor gegangen, "wir sind nun auch massiver Partner der Hochschulen", sagte Egerth, und Pseiner ergänzte: "Wir investieren an der Schnittstelle zwischen Forschungs-Community und Unternehmen."

Neben den Hochschulen hat die FFG aber noch weitere "Partner": So bezeichneten die FFG-Chefs einerseits kleine und mittlere Unternehmen, deren Anteil an den Fördernehmern 72 Prozent ausmacht, sowie innovative Start-Ups, in die mit 71 Mio. Euro rund 15 Prozent des FFG-Budgets fließen. Für letztere bemühe man sich, die Eintrittsbarrieren niedrig zu halten, so Pseiner.

Der von 70 Prozent der FFG-Kunden geäußerte Wunsch, von der FFG auch Unterstützung bei Forschungskooperationen außerhalb Europas zu bekommen, deckt sich laut Egerth auch mit der Internationalisierungsstrategie der mit Forschung befassten Ministerien. Dafür sollen bestehende Programme zur Förderung internationaler Kooperationen ausgebaut werden.

Die FFG wurde mit der Abwicklung der Breitbandinitiative der Bundesregierung beauftragt, in deren Rahmen bis 2020 eine Mrd. Euro zum Ausbau eines flächendeckenden Hochleistungsbreitband in Österreich zur Verfügung gestellt werden. Im Mai soll es bereits die erste Ausschreibung geben, insgesamt heuer rund 300 Mio. Euro bereitgestellt werden.

Die von der Regierung geplante Erhöhung der Forschungsprämie von zehn auf zwölf Prozent sieht die FFG-Führung als "gutes standortsicherndes Element". Es werde sich zeigen, ob es dadurch zusätzliche Ansiedlungen geben oder Absiedlungen von forschenden Unternehmen verhindert werden können.

Paris (APA/Reuters) - Der französische Medienkonzern Vivendi taxiert den Wert seiner Tochterfirma Universal Music Group (UMG) auf mehr als 40 Milliarden Dollar (rund 34 Milliarden Euro). Er habe gerade in dieser Woche eine entsprechende Schätzung gesehen, sagte Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine am Freitag auf einer Branchenkonferenz in Barcelona. Er gehe aber davon aus, dass der Wert noch darüber liege.
 

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Vivendi-Chef schätzt Wert der Musiksparte auf über 40 Mrd. Dollar

München (APA/dpa) - Es ist Tag eins nach der Hiobsbotschaft. Die Siemens-Mitarbeiter in Leipzig und Görlitz wissen seit weniger als 24 Stunden, dass ihre Werke mit zusammen 920 Arbeitsplätzen geschlossen werden sollen. Und in Erfurt steht das Generatorenwerk auf der Kippe. Doch statt resignierter Katerstimmung herrscht vor allem Wut.
 

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Unverständnis und Wut: Siemens-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

London/Göteborg (APA/dpa/AFP/Reuters) - Großbritannien und die Europäische Union geben die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen noch nicht auf. Doch müsse London spätestens bis Anfang Dezember Zugeständnisse machen, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag in Göteborg. Nur dann könne Mitte Dezember die zweite Verhandlungsphase eingeläutet werden.
 

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Warten auf Bewegung beim Brexit - EU präzisierte Frist für London