FBA Infrastrukturreport: IKT und Energie-Infrastruktur aufwerten

Wien (APA) - Verstärkte Investitionen in die Infrastrukturbereiche Energie und Breitband-Internet würden sich volkswirtschaftlich rasch bezahlt machen - mit dem Einsatz neuer digitaler Anwendungen könnte Österreichs jährliche Wirtschaftsleistung um 15,5 Prozent (rund 57 Mrd. Euro) gesteigert werden, zeigt eine Modellrechnung für den "FBA Infrastrukturreport", der heute (Montag) in Wien präsentiert wird.

"Stellt man diese Produktivitätssteigerung in Relation zu den - einmaligen - Kosten des flächendeckenden Breitband- und 5G-Ausbaus in Österreich in der kolportierten Höhe von rund 10 Mrd. Euro, wird deutlich, wie bedeutsam der Ausbau der digitalen Infrastruktur für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts ist", sagte FBA-Initiator David Ungar-Klein zur APA. Ausreichende Investitionen in Breitband, 5G und Energietechnologien seien die existenziellen Grundlagen für die erfolgreiche digitale Transformation des Standorts und die Weiterentwicklung der traditionellen Infrastrukturen, sagte Ungar-Klein anlässlich des Infrastruktursymposiums "Future Business Austria" in der Albert Hall in Wien.

"Gerade das Zusammenwirken von Digitalisierung und Energietechnologien ist eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Transformation der österreichischen Infrastruktur und für ihre 'Fitness' für die Zukunft", kommentierte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) den Infrastruktur-Report.

Nach Ansicht von Ungar-Klein könnte die Finanzierung auch durch eine staatliche Infrastrukturgesellschaft erfolgen, denn "IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) und Energie-Infrastruktur müssen den gleichen makroökonomischen Stellenwert haben wie Straße und Schiene, sie sind die Basis für alles andere".

Laut einer für den Infrastrukturreport durchgeführten Manager-Umfrage sind neben dem generellen Asset "Bildung und ausgebildete Fachkräfte" (68 Prozent) für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts vor allem Infrastruktur (61 Prozent) und Digitalisierung (40 Prozent) sowie Innovation (39 Prozent) erfolgsentscheidend. Für 59 Prozent der befragten Manager (2007: 29 Prozent) stellt die Infrastruktur die wichtigste Größe für einen Wirtschaftsstandort dar.

Bei den prioritären Infrastrukturausbauprojekten führt nach Meinung der befragten Manager mit Abstand der Ausbau neuer Technologien für Energieeffizienz (73 Prozent) vor der Sicherung gegen Cyber- und Terrorangriffe (58 Prozent) und dem Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes (50 Prozent).

Für den Infrastrukturbereich Energie wünschen sich die interviewten Experten vor allem Investitionssicherheit, stabile Rahmenbedingungen, ein investitionsfreundliches Klima und schnellere Genehmigungsverfahren. Österreich müsse die Energieforschung noch mehr stärken. Die innerösterreichischen Gasnetze müssten zu einem Marktgebiet zusammengeschlossen werden, die Gasspeicher bräuchten eine leistungsfähige Anbindung. Außerdem müsste das 380-Kilovolt-Stromnetz wegen des steigenden Strombedarfs und des Windkraftausbaus rasch vervollständigt werden.

Im Infrastrukturbereich Verkehr sei der Ausbau der Schieneninfrastruktur essenziell, um den Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf die Schiene zu forcieren, lautet eine der Empfehlungen. Der Ausbau von Schienennetzen (S-Bahn-Netzen) sei sowohl innerstädtisch als auch auf das Umland bezogen zu fördern. Darüber hinaus brauche Österreich ein einheitliches E-Ticketing bzw. ein "Österreich-Ticket". Eine "Mobilcard" sollte künftig alle Modalitäten des Verkehrs aufzeichnen und verrechnen. Im Güterverkehr müsste die Schiene attraktiver gemacht werden, um die Transitstrecken durch Österreich vom Lkw-Verkehr zu entlasten.

Für ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä "beweist der Infrastrukturreport 2019 sehr gut, dass wir mehr Bahn in Österreich brauchen". Mit den Investitionen aus dem aktuellen Rahmenplan von 13,9 Mrd. Euro bis 2023 sei man auf dem richtigen Weg. Im Passagierverkehr wolle man das Angebot mit dem Integrierten Taktfahrplan und neuen Zügen verbessern, für die Güterverkehrskunden mit neuen Services und Wagen. "Einen zusätzlichen Schub erwarten wir durch die Digitalisierung", sagte der ÖBB-Chef.

Befragt wurden für den Report von Markt- und Meinungsforscher Peter Hajek 240 Manager österreichischer Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern. Ergänzend dazu wurden rund 100 Interviews mit österreichischen Experten aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung geführt. Der volkswirtschaftliche Befund stammt vom ehemaligen Fiskalrats-Chef Bernhard Felderer, die industrieökonomische Analyse der österreichischen Infrastruktur hat Sebastian Kummer erstellt, Vorstand des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik an der WU Wien.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte