Faule Kredite in Italien auf 172 Mrd. Euro gestiegen

(APA) - Wegen der Rezession und zahlreicher Firmenpleiten sind die faulen Kredite gestiegen, die Italiens Banken belasten. Laut der Bankenvereinigung ABI betrug die Summe der faulen Kredite im Juli 172,34 Milliarden Euro. Das sind 23 Prozent mehr auf Jahresbasis. Faule Kredite machen neun Prozent aller Bankenkredite aus, das ist der höchste Stand seit 1998.

Besonders betroffen sind die Skandalbank Monte di Paschi di Siena, und die börsennotierte Banca Popolare di Milano. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen stünden weiter unter Druck, und deshalb werde eine Entspannung bei den Kreditforderungen der Banken längere Zeit in Anspruch nehmen, hieß es im ABI-Bericht. Italiens Firmen haben die Folgen der längsten Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs hart zu spüren bekommen und können deshalb oftmals ihre Kredite nicht mehr bedienen.

Italiens Industriellenverband Confindustria revidiert inzwischen seine Prognosen für die italienische Wirtschaft nach unten. Im Gesamtjahr 2014 rechnen die Unternehmer mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,4 Prozent. Im Juni war Confindustria noch von einem Plus von 0,2 Prozent ausgegangen.

Im kommenden Jahr rechnen die Industriellen mit einem Plus von 0,5 Prozent. Das ist nur halb so viel wie sie noch im Juni vorhergesagt hatten. Confindustria ist überzeugt, dass das Defizit 2014 drei Prozent des BIP betragen und im kommenden Jahr auf 2,9 Prozent sinken wird. Damit soll Italien die EU-Konvergenzkriterien erfüllen.

"Wir müssen rasch Maßnahmen für die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit des Landes und Investitionen ergreifen", mahnte Confindustria-Chef Giorgio Squinzi. Die Aussichten für den Herbst seien trüb, jetzt müsse man alles dafür tun, den Aufschwung im kommenden Jahr zu fördern.

Wien (APA) - Maschinen können bald mehr als die Hälfte der Tätigkeiten übernehmen, die jetzt von Menschen ausgeübt werden. Dementsprechend ist mehr als die Hälfte der Jobs mittelfristig von Automatisierung oder "Robotern" bedroht. Ältere Menschen trifft das besonders hart, weil sie sich schwertun, eine neue Arbeit zu finden oder umzusatteln, zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Mercer-Studie.
 

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Roboter bedrohen vor allem Jobs unqualifizierter älterer Menschen

Wien (APA) - Singapur unterzeichnet am Freitag ein Freihandelsabkommen mit der EU, das aber für London bald nicht mehr gilt. Singapurs Ministerpräsident Lee Hsien Loong schließt nicht aus, dass die Briten bilateral zu einem besseren Deal mit seinem Land gelangen könnten. "Es ist immer leichter, ein Abkommen mit einem Land statt mit einer Organisation aus 28 Staaten zu machen", sagte er am Mittwoch in Wien.
 

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Brexit - Singapurs Premier: Mit einem Land macht man leichter Deals

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