Familienunternehmen: Nachfolger setzen auf Innovationen

Wien - Mehr als die Hälfte der österreichischen Unternehmen sind Familienbetriebe, auch europaweit gesehen bilden Unternehmen in Familienbesitz das Rückgrat der Wirtschaft. Mit einem Generationswechsel an der Spitze müssen die Nachfolger den Spagat zwischen traditionellen Werten und wirtschaftlich notwendigen Kurswechseln schaffen. Aktuell setzen die Neochefs auf Expansion und Innovation.

Beim Einschlagen neuer Wege ist "die größte Herausforderung, die richtige Balance zwischen Familienwerten, einer professionellen Nachfolgeplanung und mehr wirtschaftlicher Professionalität zu schaffen", erklärt Gottfried Spitzer, Partner bei Deloitte Österreich und verweist auf eine internationale Deloitte-Analyse zu den aktuellen Trends in der Nachfolgethematik bei Familienunternehmen.

Demnach stellt die Beibehaltung des Familiencharakters eines Unternehmens trotz professioneller Neuausrichtung für die Nachfolger eine der größten Herausforderungen dar. Dennoch geben knapp zwei Drittel an, dass es keinen professionellen Plan für eine Übergabe an die nächste Generation gebe.

Ist die neue Generation dann am Steuer, ändert sich oftmals auch der Führungsstil: So gaben 80 Prozent der Befragten an, ihr Unternehmen anders und vor allem weniger autoritär führen zu wollen.

Mehr als die Hälfte möchte weniger konservativ agieren und mehr wirtschaftliches Risiko auf sich nehmen. 56 Prozent der Befragten planen eine strategische Neuausrichtung, ebenso viele wollen auch an der Unternehmensstruktur arbeiten. 40 Prozent der Neochefs erwägen, auch Investoren von außen ins Boot zu holen, um das Unternehmen fortführen zu können.

Die Top-Prioritäten der neuen Generation in den nächsten fünf Jahren sind laut Deloitte Expansion in neue Märkte und Produkte, Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie die Einbindung neuer Technologien. 76 Prozent schreiben dem Thema Innovation einen hohen Stellenwert zu, die Familie von deren Wichtigkeit zu überzeugen, fällt der jungen Generation oft schwer. Zwar ist sich der Großteil der Familienmitglieder der Relevanz von Innovationen bewusst, jedoch sind nur 40 Prozent auch bereit, das damit verbundene potenzielle Risiko einzugehen.

"Innovation ist essenziell für langfristiges und nachhaltiges Wachstum. Gerade die österreichischen Familienunternehmen haben hier einen Wettbewerbsvorteil", so Spitzer.

Finanzieren wollen sich die Familienunternehmen in den kommenden Jahren vermehrt über Förderungen und Zuschüsse gefolgt von Eigenkapital und Liquiditätsüberschüssen. Auch Bankfinanzierungen werden weiterhin eine der Hauptfinanzierungsformen sein, jedoch wird der Anteil laut den Nachfolgern sinken.

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