Fallender Ölpreis setzt Russland und Venezuela unter Druck

New York (APA/AFP) - Öl wird weiter billiger: Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI fiel am Dienstag zur Marktöffnung in New York kurzzeitig unter 45 Dollar (38 Euro). Auch in London wurde ein neuer Tiefstand verzeichnet. Unter dem Eindruck des Preisverfalls verlor der russische Rubel weiter an Wert. In Venezuela wächst laut der Ratingagentur Moody's die Gefahr einer Staatspleite.

In New York musste für ein Barrel West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Februar kurzzeitig nur 44,20 Dollar bezahlt werden. In London kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent für den gleichen Lieferzeitraum 46,40 Dollar. Erst am Montagabend war der Preis in London erstmals seit April 2009 unter die Marke von 50 Dollar gefallen.

Die Entwicklung belastete erneut den Rubel, der rund fünf Prozent an Wert verlor. Für einen Dollar mussten in Moskau 66,35 Rubel bezahlt werden - nach 63,17 Rubel am Montagabend. Der Euro entsprach 78,15 Rubel, nachdem es am Montagabend noch 74,68 Rubel gewesen waren.

Für Geschäfte mit dem Rubel sei der Rohölpreis weiterhin ausschlaggebend, erklärten Analysten von VTB Capital. Seit Jahresbeginn hat die russische Währung gegenüber dem Dollar bereits rund 16 Prozent verloren. Im gesamten vergangenen Jahr waren es etwa 41 Prozent.

Unter Druck gerät zunehmend auch Venezuela. Die Ratingagentur Moody's stufte die Kreditwürdigkeit des Landes um zwei Stufen auf "Caa3" herab. Die Gefahr einer Staatspleite für den wichtigen Ölproduzenten sei "deutlich gestiegen", erklärte Moody's. "Hauptgrund" für die Herabstufung sei der Verfall des Ölpreises wegen der Auswirkungen auf die Zahlungsbilanz und die Devisenreserven des Landes.

Venezuela, der Iran und Algerien haben bereits die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), in der sie Mitglied sind, zum Handeln aufgefordert. Bisher ist eine Drosselung der Fördermenge aber nicht abzusehen. Der Erdölminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail Masrui, sagte in Abu Dhabi, die OPEC könne den Ölpreis nicht mehr "schützen". Die Überproduktion sei vor allem auf die Fracking-Industrie zurückzuführen, "und das muss korrigiert werden", forderte er. Insbesondere die USA fördern mit der umstrittenen Fracking-Methode immer mehr Öl.

Der kuwaitische Ölminister Ali al-Omair erklärte ebenfalls, eine Senkung der OPEC-Fördermenge von derzeit 30 Millionen Barrel pro Tag würde den Preis nicht stabilisieren. Selbst eine Reduktion um 500.000 oder eine Million Barrel am Tag könne die Märkte nicht beruhigen, da die Überproduktion damit nicht ausgeglichen werde. Der Ölpreis werde weiter fallen, bis der Markt die Überkapazitäten aufgenommen und die Lage der Weltwirtschaft sich verbessert habe, sagte al-Omair voraus. Dies sei frühestens in der zweiten Jahreshälfte zu erwarten.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

Newsticker

Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro