Fallende Rohkaffeepreise kommen vorerst nicht bei Konsumenten an

Wien/Hamburg (APA) - Nachdem die Preise für Rohkaffee im Vorjahr anstiegen, gehen sie seit Jahresanfang 2017 wieder nach unten. "Die Abwärtstendenzen sind derzeit aber nicht so nachhaltig, dass man die Preise senken könnte", sagte Tchibo/Eduscho-Österreich-Chef Harald Mayer am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien.

Derzeit wird ein Pfund Arabica-Kaffee um 1,32 US-Dollar (1,12 Euro) gehandelt. Ende 2016 lag der Preis zwischen 1,60 und 1,70 US-Dollar. Verglichen mit 2011 war das immer noch niedrig: Damals kostete ein Pfund Arabica-Kaffee mehr als 3 US-Dollar.

Bis ein Hersteller wie Tchibo/Eduscho auf steigende oder sinkende Rohstoffpreise reagiert, muss der Preis mehrere Wochen stabil bleiben. Zuletzt erhöhte die Kaffeehandelskette die Preise Anfang des Jahres - als Folge steigender Preise aufgrund schlechter Ernten in den wichtigsten Anbaugebieten Brasilien und Vietnam, aber auch wegen einer Verteuerung des amerikanischen Dollar gegenüber dem Euro.

Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 162 Liter im Jahr liegt Österreich unter den Top-5-Kaffeenationen der Welt. Nur in den skandinavischen Ländern wird mehr Kaffee getrunken. "Kaffee ist inzwischen ein Signal für einen bestimmten Lebensstil", findet Mayer. Touristen kämen unter anderem auch nach Österreich, um hier Kaffee zu trinken.

Im Schnitt trinken die Österreicher am Tag drei Tassen - zunehmend kommt dieser Kaffee aus Kapseln, Pads und neuerdings auch Würfeln. Filtermaschinen sind in den heimischen Haushalten zwar nach wie vor im Einsatz, allerdings geht deren Anteil von Jahr zu Jahr zurück.

Laut einer GfK-Umfrage besitzt etwa ein Drittel der Haushalte zwar noch eine elektrische Filtermaschine, im Jahr 2006 waren es aber noch 70 Prozent. In rund 42 Prozent der Haushalte kommt der Kaffee aus der Kapselmaschine, ein Drittel setzt auf Vollautomaten. Tchibo/Eduscho ist nach eigenen Angaben Marktführer bei Filter-, Espresso- und Einzelportionskaffee - zumindest, wenn es nach den verkauften Mengen geht. Der Röstkaffeemarkt ist in Österreich 755 Mio. Euro schwer, 41.000 Tonnen Kaffee werden im Jahr verbraucht.

2016 hat Tchibo/Eduscho (145 Filialen, 1.100 Beschäftigte) in Österreich 325 Mio. Euro umgesetzt, gleich viel wie im Jahr davor. Bekleidung, Haushaltsartikel und Elektronik - das sogenannte Non-Food-Segment - gewinne immer mehr an Bedeutung, sagte Mayer. Man habe inzwischen eine "dominante Bedeutung" in den Bereichen Damenoberbekleidung, Unterwäsche und Sport. "Jede zweite Dame in Österreich trägt einen BH von Tchibo", behauptet Mayer gar.

Tchibo/Eduscho steuert auf die wichtigste Zeit des Jahres zu. Rund um die Weihnachtszeit macht die Kette nur noch 15 bis 20 Prozent des Umsatzes mit Kaffee, den Rest mit Non-Food-Produkten. Unterm Jahr liegt das Verhältnis bei 50:50.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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