Facebook streitet mit Regulator in Belgien

Der Streit zwischen Facebook und der Regulsierungsbehörde in Belgien sptitz sich zu. Facebook will weiterhin jedem Nutzer ein Cookie verpfanzen, das das Surfverhalten mitschneidet und dokumentiert. Der Regulator stellt sich quer.

Menlo Park/Brüssel. Facebook liegt schon lange im Clinch mit belgischen Datenschützern wegen eines sogenannten Cookies, das das Verhalten von Web-Browsern beobachtet. Kurz vor einem erwarteten Urteil geht das Online-Netzwerk zum Gegenangriff über.

Nach dem spektakulären EuGH-Urteil, das die Position europäischer Datenschützer gegenüber US-Konzernen stärkte, streitet Facebook sich mit belgischen Regulierern. Das Vorgehen der Datenschützer in Belgien gegen Facebook würde die Sicherheit des Internets insgesamt beeinträchtigen, argumentierte das weltgrößte Online-Netzwerk in einem Blogeintrag in der Nacht zu Mittwoch.

Bei der Auseinandersetzung geht es um das seit Jahren umstrittene Identitäts-Cookie "Datr" - eine kleine Datei, die Facebook im Web-Browser der Nutzer speichert. Die belgische Datenschutz-Kommission will Facebook vor Gericht den Einsatz des "Datr"-Cookies verbieten lassen, das einige Informationen über das Verhalten von Nutzern auf Seiten mit dem "Like"-Button sammelt. Ihr ist vor allem ein Dorn im Auge, dass auch Nicht-Mitglieder das Cookie installiert bekommen, wenn sie die Facebook-Website besuchen.

Facebook-Sicherheitschef Alex Stamos argumentierte, das "Datr"-Cookie mache das Netzwerk sicherer. Es helfe, falsche Profile herauszufiltern und verhindere Cyber-Attacken. Wenn etwa ein Web-Browser binnen fünf Minuten hunderte Seiten besucht habe, sei das ein klares Zeichen dafür, dass der Computer möglicherweise von Online-Kriminellen gekapert worden sei. Die Daten, die das Cookie sammele, würden nicht einzelnen Personen zugeschrieben und könnten auch nicht mit ihnen in Verbindung gebracht werden. Es sei nicht wahr, dass Facebook das Cookie nutze, um Werbung auf Nicht-Mitglieder zuzuschneiden und ebenso wenig, dass es gesetzt werde, wenn jemand auch nur irgendeine Seite mit einem "Gefällt mir"-Knopf besuche.

In dem Verfahren in Belgien steht eine Entscheidung des Gerichts bevor. Die Datenschutz-Kommission will auch Strafen von 250.000 Euro pro Tag verhängen.

Der Europäische Gerichtshof hatte vergangene Woche das sogenannte "Safe Harbor"-Abkommen zur vereinfachten Übermittlung von Daten europäischer Nutzer in die USA gekippt. Zugleich ermutigten die EuGH-Richter nationale Datenschutz-Behörden, gegen eine ihrer Meinung nach unzulässige Daten-Weiterleitung vorzugehen. Damit rückt aus Sicht von US-Konzernen ein von ihnen befürchteter Zustand näher, bei dem sie sich verstärkt mit Regulierern in vielen EU-Ländern auseinandersetzen müssen.

München (APA/Reuters) - Bertelsmann schließt sich im Geschäft mit Call-Centern und der Online-Betreuung von Kunden mit dem marokkanischen Konzern Saham zusammen. Die beiden Firmen bringen ihre Geschäfte in dem Bereich in ein Gemeinschaftsunternehmen mit 48.000 Mitarbeitern in 25 Ländern und Sitz in Luxemburg ein, an dem beide jeweils 50 Prozent halten, wie Bertelsmann am Dienstag mitteilte.
 

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Bertelsmann legt Geschäft mit Call Centern mit Marokkanern zusammen

Stuttgart (APA/dpa) - Angesichts der immer noch hohen Kosten für die Batterie sieht Daimlers Nutzfahrzeug-Vorstand Martin Daum weiterhin Grenzen für den Einsatz von Elektro-Lastwagen. "Je länger die Strecke ist, desto teurer wird die Batterie auf absehbare Zeit sein als der Verbrennungsmotor", sagte Daum.
 

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Daimler-Vorstand: Battieren für Elektro-LKW nicht langlebig genug

Wien/Salzburg (APA) - Obwohl das Thema Migration die EU mittlerweile seit mehr als drei Jahren fast täglich beschäftigt, wird über legale Wege der Migration - legale insbesondere Arbeitsmigration - nur sehr wenig gesprochen. Das soll sich nach Ansicht von Experten des Forschungsprojektes MEDAM ändern. Sie fordern die Politik auf, Arbeitsmigration explizit "mitzudenken" und Pilotprojekte in Afrika zu lancieren.
 

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Salzburg-Gipfel - Think Tank fordert Pilotprojekt zu Arbeitsmigration