EZB-Vize - Instrument der Strafzinsen hat Grenzen

Frankfurt - Strafzinsen für Banken sind nach Angaben von EZB-Vizechef Vitor Constancio als geldpolitisches Werkzeug nicht unbeschränkt einsetzbar. Es gebe "klare Grenzen" für die Nutzung dieses Instruments, sagte Constancio auf einer Veranstaltung in Annandale-on-Hudson in den USA laut Redetext.

Denn es bestehe immer die Möglichkeit, dass der Punkt erreicht werde, ab dem Bargeld mehr Vorteile biete - auch wenn dieser wegen der Kosten für Lagerung, Sicherheit und Versicherungen noch erheblich fern sei. Zudem sollten Strafzinsen Institute nicht dazu bewegen, entstehende Zusatzkosten weiterzureichen. "Beide Entwicklungen wären für unsere geldpolitischen Ziele problematisch."

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte im März ein umfassendes Paket zur Ankurbelung der Konjunktur und für mehr Inflation im Euroraum beschlossen. Unter anderem wurden die Strafzinsen für Banken weiter verschärft, wenn diese über Nacht bei der EZB überschüssiges Geld parken.

Der sogenannte Einlagensatz wurde auf minus 0,4 von zuvor minus 0,3 Prozent gesetzt. Mit dem Schritt will die EZB unter anderem die Kreditvergabe der Geldhäuser anschieben.

"Wir werden weiterhin im Einklang mit unserem Mandat tun, was immer notwendig ist, um die Inflationsrate im Euroraum nah an unser Ziel zu bewegen", sagte Constancio. Die Währungshüter streben knapp zwei Prozent Teuerung als Optimalwert für die Wirtschaftsentwicklung an. Aktuell ist die Inflationsrate in der Währungsgemeinschaft aber weit davon entfernt. Im März sanken die Verbraucherpreise sogar um 0,1 Prozent.

Die nächste geldpolitische Sitzung des EZB-Rats findet in der kommenden Woche am 21. April in Frankfurt statt.

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet frühestens in rund einem Jahr die nächste Zinserhöhung. Der Leitzins liegt derzeit auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und soll nach den Worten von EZB-Präsident Mario Draghi noch "über den Sommer" 2019 hinaus auf diesem Niveau bleiben.
 

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Draghi: EZB-Zinsen bleiben über Sommer 2019 hinaus auf Rekordtief

München (APA/Reuters) - Siemens baut in der angeschlagenen Kraftwerks-Sparte in Deutschland 500 Arbeitsplätze weniger ab als geplant. Das ist das Ergebnis der monatelangen Verhandlungen mit der IG Metall und dem Betriebsrat, wie der Münchner Industriekonzern am Montag verkündete.
 

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Siemens baut in Deutschland 2.900 Stellen ab

Berlin/Palo Alto (Kalifornien) (APA/dpa) - Industrie-Unternehmen in Europa haben die Bedeutung Künstlicher Intelligenz als einen maßgeblichen Schlüssel-Faktor für ihren künftigen Erfolg erkannt. Im Schnitt erwarten die Unternehmen dadurch Umsatzzuwächse von 11,6 Prozent bis 2030, geht aus einer Studie hervor, die von Hewlett Packard Enterprise (HPE) und den Ausrichtern der Konferenz Industry of Things World in Berlin durchgeführt wurde.
 

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Studie: Industrie sieht Künstliche Intelligenz als Schlüssel-Faktor