EZB tagt zu Anleihenkäufen und Zinsen - Eurokurs macht Sorgen

Frankfurt (APA/Reuters) - Die EZB berät am Vormittag auf der ersten Zinssitzung im neuen Jahr über ihre ultra-lockere Geldpolitik. Zwar erwarten Experten keine Richtungsänderung. Doch der zuletzt stark gestiegene Euro dürfte den Währungshütern Sorgenfalten bereiten. Denn die Aufwertung bremst tendenziell die aus EZB-Sicht ohnehin zu schwache Preisentwicklung.

Daher gehen Volkswirte davon aus, dass Notenbank-Präsident Mario Draghi Aussagen vermeiden wird, die den Eurokurs weiter anheizen könnten. Änderungen beim geldpolitischen Ausblick dürften ausbleiben.

Die Leitzinsen, die bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent liegen, wird der EZB-Rat aller Wahrscheinlichkeit nach nicht antasten. Der Beschluss dazu soll um 13.45 Uhr bekanntgeben werden. Weitere Einzelheiten könnte Draghi dann auf der Pressekonferenz ab 14.30 Uhr erläutern.

Mit Spannung wird am Finanzmarkt erwartet, ob der Italiener frühere Bemerkungen bekräftigt, wonach die vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe voraussichtlich nicht abrupt enden werden. Damit würde Draghi Spekulationen dämpfen, dass die Zinswende schon 2018 kommen könnte. Bisher wollen die Euro-Wächter noch mindestens bis Ende September Staatsanleihen und andere Wertpapiere erwerben. Zudem hatte Draghi die Börsen darauf eingestimmt, dass erste Zinsschritte erst weit nach Ende der Anleihenkäufe erfolgen werden.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker