EZB-Stresstest legte 136 Mrd faule Kredite offen - Kreditverkaufsboom

Im Stresstest 2014 hat die Europäische Zentralbank (EZB) bei den 130 geprüften Großbanken zusätzliche faule bzw. gefährdete Kredite von 136 Mrd. Euro ermittelt. Experten sehen nun vermehrte Umgliederungen in den Bilanzen und damit einen anhaltenden Boom bei Kreditverkäufen.

Schon 2014 waren etliche Deals auf dem Markt für Kreditpakete auf den Stresstest (Asset Quality Review) zurückzuführen. Die Berater von PwC erwarten, dass das auch im Jahr 2015 und darüber hinaus eine größere Rolle bei den Deals spielen wird.

2014 wurden nach PwC-Angaben europäische Kreditportfolios mit einem Nennwert von 91 Mrd. Euro (2013: 64 Mrd. Euro) verkauft.

Für 2015 rechnen die Experten mit einem weiteren Anstieg auf 100 Mrd. Euro, wobei rund 40 Mrd. Euro davon bereits erreicht worden, also schon losgeschlagen wurden. Das berichtete PwC in einer Mitteilung am Freitag.

Jüngste Analysen zeigten, dass die europäischen Banken nach wie vor Kredite von 2 Billionen Euro auf ihren Büchern haben, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehören. Ein guter Teil davon soll verkauft werden. PwC schätzt deshalb, dass der Kreditportfoliomarkt in den kommenden Jahren weiterhin boomen dürfte.

Irland, Spanien und Großbritannien, wo die Banken besonders umfangreiche Verkäufe tätigten, würden in dem Geschäft auch im weiteren Jahresverlauf stark bleiben, heißt es in der Analyse. Auch von erheblichem Wachstum in den italienischen, niederländischen und CEE-Märkten kann laut PwC-Schätzungen ausgegangen werden. Auf diese Märkte entfielen 2014 weniger als 10 Prozent des Transaktionsvolumens. Für 2015 wird hier nun eine Verdopplung auf etwa 20 Milliarden erwartet. Viele große Finanzinvestoren wollen dem erbitterten Wettbewerb in den britischen, irischen und spanischen Märkten entkommen. "Sie richten ihren Blick nun auf die europäischen Schwellenmärkte", schreibt PwC.

2014 entfiel mit 49 Mrd. Euro die Hälfte der abgeschlossenen Transaktionen auf gewerbliche Immobilienfinanzierungen. Mit knapp 20 Mrd. (doppelt so viel wie im Vorjahr) lag das Hypothekengeschäft bei Konsumenten an zweiter Stelle.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro