EZB-Präsident Draghi - Banken müssen faule Kredite abbauen

Frankfurt (APA/Reuters) - EZB-Präsident Mario Draghi fordert gemeinsame Anstrengungen im Euroraum zum Abbau von Problemdarlehen in den Bilanzen der Banken. "Gegenwärtig ist das wichtigste Thema hier, die faulen Kredite anzugehen", so der Notenbank-Chef am Dienstag auf einer EZB-Konferenz in Frankfurt. Obgleich sich die Bestände an notleidenden Darlehen bei großen Geldhäusern verringert hätten, sei das Problem nicht gelöst.

Viele Institute seien noch nicht in der Lage, große Verluste zu verkraften. Bei ihnen sei unter anderem das Verhältnis von faulen Krediten zum Kapitalpuffer hoch. Die EZB ist seit Herbst 2014 zusätzlich für die Aufsicht der größten Banken im Währungsraum zuständig.

Als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise schleppen Banken in der Eurozone 844 Milliarden Euro an faulen Krediten mit sich herum. Damit nimmt ihre Bereitschaft ab, neues Geld zu verleihen, was das Wachstum der Wirtschaft dämpft. Regulatoren, Aufseher, Banken und nationale Behörden müssten gemeinsam das Problem angehen, forderte Draghi. Vor allem müsse ein Umfeld geschaffen werden, in dem Problemkredite wirksam abgebaut werden könnten.

Die EZB-Bankenaufsicht hatte kürzlich Richtlinien zum künftigen Umgang mit neuen Problemdarlehen vorgestellt. Insbesondere in Italien - Draghis Heimatland - hatte dies heftige Kritik ausgelöst. Dort wird befürchtet, dass heimische Banken zu stark belastet werden. Zudem besteht die Sorge, dass ähnliche Vorgaben künftig auch für den Altbestand an faulen Darlehen aufgestellt werden. Denn hier liegt das eigentliche Problem. Auf italienische Banken entfällt immer noch rund ein Viertel aller Problemkredite in der Eurozone. Allein Italiens führende Privatkundenbank Intesa Sanpaolo schrieb im dritten Quartal faule Kredite im Umfang von 646 Mio. Euro ab.

Italiens Wirtschafts- und Finanzminister Pier Carlo Padoan erneuerte unterdessen seine Kritik an der Europäischen Zentralbank. Der EZB-Vorstoß "überschreitet die Grenzen der Aufsicht". Insider sagten Reuters zuletzt, wegen der lautstarten Kritik aus Rom könnten die Richtlinien für den Umgang mit dem Altbestand eher milde ausfallen. Am Montag hatten sich die Finanzminister der Euro-Länder allerdings hinter den Vorstoß der EZB gestellt. Es habe hierzu eine generelle Übereinstimmung gegeben, so Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem.

Die oberste EZB-Bankenaufseherin, Daniele Nouy, wies darauf hin, dass die Kontrolleure den jeweiligen Einzelfall beim Thema Altbestand im Blick haben werden. Die Situationen seien hier sehr unterschiedlich. Bewertungen und Lösungen würden daher nur für den Einzelfall erarbeitet. Banken mit hohen Beständen würden der Aufsicht eigene Abbaupläne vorlegen und die EZB stelle sicher, dass diese glaubwürdig und ambitioniert genug seien. "Und um glaubwürdig zu sein, müssen sie realistisch sein, sie können uns keine Wunder versprechen," so die Französin. Ihr EZB-Kollege, Bankenaufseher Ignazio Angeloni, hatte jüngst gesagt, es sei offen, ob die Vorgaben für neue Problemdarlehen künftig auch für den Altbestand gelten sollten. Es sei möglich, dass den Regulierern die Abbaupläne der Institute letztlich ausreichten.

Brüssel (APA) - Österreichs Schulden sind im zweiten Quartal des Jahres auf 76,5 Prozent des BIP gesunken. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es noch 81,0 Prozent. In der Eurozone ging der Schuldenstand im Jahresabstand von 89,2 auf 86,3 Prozent zurück. In der EU verringerte er sich von 83,4 auf 81,0 Prozent, geht aus jüngsten Daten von Eurostat vom Dienstag hervor.
 

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Österreichs Schulden auf 76,5 Prozent des BIP gesunken

Wien (APA) - In Österreich ist seit Ende 2016 die Nachfrage nach Unternehmenskrediten aufgrund der guten Konjunktur stark gestiegen. Dieser Trend habe sich zuletzt jedoch abgeschwächt und könnte bis Ende des Jahres ein Plateau erreichen. Die Entwicklung im Privatkundengeschäft verlaufe vergleichsweise moderater, schreibt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in einer Aussendung am Dienstag.
 

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OeNB: Nachfrage nach Unternehmenskrediten erreicht neue Höhen

Brüssel (APA) - Österreich konnte im zweiten Quartal des Jahres einen Budgetüberschuss von 1,2 Prozent des BIP einfahren. Im Vergleichszeitraum 2017 hatte es noch ein Defizit von 1,9 Prozent gegeben. Die Eurozone konnte ihr Minus im Jahresabstand von 1,4 auf 0,1 Prozent verringern. Die EU verbesserte sich von -1,5 auf -0,3 Prozent.
 

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Österreich mit 1,2 Prozent Budgetüberschuss im zweiten Quartal 2018